Boxen : Polizei befürchtet mehr illegale Polen-Böller

Hohenwutzen - Das Totenkopf-Symbol wirkt keineswegs abschreckend, es ist eher verkaufsfördernd. Am Stand für Silvesterfeuerwerk auf dem Basar hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Hohenwutzen greifen die Kunden aus Deutschland gern danach. Die Verkäufer freuen sich über die guten Geschäfte mit den sogenannten Polen-Böllern. „Das kracht ordentlich“, preist ein Markthändler seine Ware an. Dass sie hoch gefährlich ist, verschweigt er – ebenso, dass sie deshalb überhaupt nicht nach Deutschland eingeführt werden darf.

Zum Jahreswechsel befürchten Polizei und Feuerwehr jedoch, dass in Berlin und Brandenburg mehr „Polen-Böller“ als je zuvor hochgehen. Im Unterschied zu den Vorjahren müssen die Kunden nach dem Abzug der stationären Grenzkontrollen vor gut einer Woche nämlich kaum mit Kontrollen rechnen. Zwar haben Zoll und Bundespolizei verstärkte Streifen in der 30 Kilometer breiten Zone hinter Oder und Neiße angekündigt, doch die werden sich wohl auf die größeren Schmuggel-Fälle konzentrieren.

Experten halten die Riesenböller aus mehreren Gründen für gefährlich: Sie enthalten zum Teil Industriesprengstoff, können zu früh explodieren, besitzen teilweise eine unzulängliche Zündschnur, explodieren mitunter schon durch Erschütterungen und sind manchmal mit Metallspänen bestückt. Außerdem übersteigt der Krach oft die zulässigen Grenzwerte. Diese Knaller würden die strengen Kriterien der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) nicht bestehen und trügen deshalb auch kein BAM-Prüfzeichen. Feuerwehr und Polizei warnen deshalb dringend davor, sie zu nutzen.

Im vergangenen Jahr wurden an der brandenburgisch-polnischen Grenze nach Angaben des Zolls 2400 Raketen und Böller beschlagnahmt. Es gab mehrere Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Ste.

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