Boxen : Polizei jagt Geiselgangster über den Berliner Ring

Täter überfiel Sparkasse und brachte zwei Frauen in seine Gewalt. Mit dem Auto rammte er fünf Einsatzwagen. Dann ließ er seine Opfer frei

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Oranienburg/Potsdam (das/oew/ste). Bankraub mit Geiselnahme und Verfolgungsjagd in Oranienburg: Ein Einzeltäter überfiel am Donnerstagabend die Sparkassenfiliale in der Bernauer Straße und brachte zwei Frauen in seine Gewalt. Mit einem Auto flüchtete der Täter durch die Innenstadt und rammte vier Polizeifahrzeuge. Zunächst fuhr er in Richtung Berlin, dann auf die Autobahn A10 in Richtung Frankfurt/Oder, wo er ein weiteres Polizeiauto rammte. Gegen 20 Uhr 15 ließ er die beiden Angestellten der Bank wieder frei. Sie standen unter Schock, sind aber nur leicht verletzt worden. Der Täter ist flüchtig.

Nach den bisherigen Ermittlungen betrat der Täter die Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse gegen 18 Uhr 50. Er trug einen Motorradhelm und eine Waffe und forderte alle Menschen, die in der Bank waren, dazu auf, sich auf den Boden zu legen. Er verlangte sämtliches Bargeld. Über die Art der Waffe und die Höhe der erbeuteten Summe konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Der Räuber flüchtete durch die Hintertür der Filiale, hielt die beiden Frauen in Schach und zwang sie, in ein bereitgestelltes Auto zu steigen. Die Flucht begann mit einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt, in deren Folge der Täter vier Polizeiwagen rammte. Beamte wurden dabei jedoch nicht verletzt. Seine Flucht setzte er fort, zunächst Richtung Berlin und dann über die Autobahn A10 in Richtung Frankfurt/Oder. Dort verlor die Polizei zunächst seine Spur, nahm sie jedoch wieder auf. Der Täter fühlte sich offenbar bedrängt und rammte ein weiteres Polizeifahrzeug. Die Verfolger verloren erneut den Kontakt.

Gegen 20 Uhr 15 wurde das Fluchtauto schließlich brennend in einem Waldstück nahe der A111 in Höhe der Anschlussstelle Hennigsdorf gefunden. Wie das Fahrzeug in Brand geriet, ist nicht klar. Vermutungen deuteten darauf hin, dass der Täter das Auto selbst in Brand gesteckt hatte. Die Polizei fand jedoch die beiden Geiseln. Sie hatte der Täter vorher frei gelassen. Eine der beiden Frauen erlitt bei der Flucht durch die zersplitterte Heckscheibe leichte Schnittwunden. Beide Frauen erlitten Schocks und wurden in der Nacht zu Freitag im Krankenhaus Oranienburg stationär behandelt.

Über den Täter konnte die Polizei auch nach einer eilends einberufenen Pressekonferenz vor der Bankfiliale in Oranienburg nur wenig mitteilen. Er soll fließend deutsch gesprochen haben. Ob er zu Fuß weiter flüchtete, oder in ein anderes Fahrzeug wechselte,war zunächst nicht bekannt. Die Polizei warnte jedoch in Rundfunkmeldungen und Lautsprecherdurchsagen die Autofahrer und die Bevölkerung in der Umgebung, keine Anhalter mitzunehmen und nicht leichtsinnig die Wohnungstür zu öffnen. Über die Gefährlichkeit des Mannes, ob er weiterhin bewaffnet war, über Alter und Aussehen gab es zunächst keine Angeben. Die Polizei löste eine Großfahndung aus.

Die Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt, damit keine Spuren verwischt werden konnten. Die Spurensicherung war auch zwei Stunden nach der Tat noch nicht am Ort. Von außen gab es keine Hinweise auf einen Banküberfall. Sämtliche Fensterscheiben waren heil, die Bank war sogar noch weihnachtlich beleuchtet.

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