Boxen : Polizei: Kein Alkohol an Jugendtreffs

Unter 21jährige im Süden Berlins zunehmend straffällig POTSDAM (thm).Der Polizeipräsident von Potsdam Detlef Graf von Schwerin hat die brandenburgischen Kommunen aufgefordert, über Ortssatzungen alkoholfreie Zonen auszuweisen, um Straftaten vorzubeugen.Ähnlich wie in U-Bahnen oder auf Friedhöfen sollte auch vor bestimmten Bahnhöfen, Tankstellen und Imbißbuden der Alkoholgenuß verboten werden, sagte von Schwerin am Mittwoch in Potsdam.Es zeige sich, daß Straftäter zunehmend alkoholisiert seien und solche Trink-Treffpunkte zu Ausgangspunkten späterer Delikte würden.Als Beispiel nannte von Schwerin den Bahnhofsvorplatz von Mahlow, wo sich regelmäßig eine rechtsgerichtete Jugendclique getroffen hat."Er ist für sie doch nur interessant, weil dort Alkohol ausgeschenkt wird", sagte von Schwerin.Er kündigte an, daß die Polizei für die Ausweisung öffentlicher Null-Promille-Zonen in den Kreistagen und Stadtverordnetenversammlungen werben will.Hintergrund des Vorstoßes ist nach seinen Worten auch der weiterhin dramatische Anstieg der Jugendkriminalität im westlichen und südlichen Berliner Umland, für das das Präsidium zuständig ist.Zwar ging die Gesamtkriminalität 1997 im Speckgürtel nach der jüngsten Statistik - trotz zunehmender Bevölkerung - nunmehr das vierte Jahr in Folge mit 84 419 registrierten Straftaten um ein Prozent weiter zurück.Die Aufklärungsquote stieg auf 48,6 Prozent, was deutschem Durchschnitt entspricht.33,2 Prozent der 1997 ermittelten 29 846 Täter war jünger als 21 Jahre.1995 waren es noch 29 Prozent.Sechs Prozent der Straftäter sind sogar Kinder - 1995 waren es noch vier Prozent.Nach Angaben von Schwerins werde im Land Brandenburg jeder fünfte deutsche Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren straffällig - im Bundesdurchschnitt aber nur jeder zehnte.Bei bestimmten Delikten sei der Jugend-Anteil noch höher sei: So würden 61 Prozent der Raubstraftaten von Jugendlichen begangen, 34 Prozent der Körperverletzungen, 49 Prozent der Diebstähle.Allerdings sind laut Polizeipräsidium rechtsgerichtete Übergriffe im südlichen und westlichen Potsdamer Umland stark rückläufig - im Gegensatz zum weiterhin ansteigenden Landestrend.Hatte es 1996 noch 131 rechtsgerichtete Straftaten gegeben, sei die Zahl im Vorjahr auf 72 gesunken.Die Landeshauptstadt Potsdam sei mit 27 Straftaten - meist Hakenkreuzschmierereien - und einem Übergriff gegen Ausländer 1997 im Verhältnis zu anderen Teilen Brandenburgs wenig betroffen.Insgesamt sei Potsdam sicherer als Bonn oder Berlin, sagte von Schwerin.

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