Boxen : Polizei schließt Spurensuche zunächst ab

Ermittler prüfen Aussagen des Ex-Mannes der mutmaßlichen Kindstöterin

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Frankfurt (Oder) Die Polizei hat eine Woche nach dem Fund der neun Babyleichen die Suche nach weiteren Spuren abgeschlossen. Vom heutigen Dienstag an seien die betreffenden Wohnungen und Grundstücke wieder freigegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die gefundenen Spuren würden von Kriminaltechnikern ausgewertet. Wie berichtet, sitzt die 39-jährige Sabine H. aus Frankfurt in Untersuchungshaft, da sie in Verdacht steht, neun ihrer neugeborenen Babys getötet und anschließend in Blumenkästen verscharrt zu haben.

Der Ex-Ehemann der Beschuldigten, Oliver H., wird weiterhin lediglich als Zeuge vernommen. Bislang sprächen keine eindeutigen Beweise dafür, dass er Mittäter war. „Wir sehen seine Aussagen sehr kritisch und werden sie gewissenhaft überprüfen“, betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Scherding. Dass er in zehn Jahren Ehe neun Schwangerschaften seiner Frau nicht mitbekommen haben will – so wie er es ausgesagt hatte –, klingt auch für die Staatsanwälte nicht sehr plausibel. Doch Scherding betonte auch, dass eine „Mitwisserschaft“ alleine nicht ausreiche, um als Mitbeschuldigter zu gelten. Sabine H., die vier Kinder (21, 19,18 und anderthalb Jahre) hat, soll sich laut „Bild“-Zeitung aus der Haftanstalt darum bemühen, dass ihr jetziger Lebensgefährte das Sorgerecht für ihre jüngste Tochter erhält. Ihr Anwalt Matthias Schöneburg sagte dem Tagesspiegel, dass seine Mandantin erst gestern im Gefängnis davon erfahren habe, dass ihr Freund einen Brief von ihr an das Blatt weitergegeben hatte. „Sie war darüber entsetzt. Die Folge ist, dass sie erst mal nicht mehr schreibt“, sagte Schöneburg. tabu

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