Polizeiaktion : Schildow: Leichensuche mit Georadar

Nach knapp zwei Wochen Suche hat die Polizei die Grabungen auf dem Villengrundstück in Schildow zunächst eingestellt. Jetzt soll erneut mit einem Georadar nach der Leiche des Türstehers gesucht werden.

Tanja Buntrock

Berlin/SchildowDie Grabungen nach der Leiche eines Türstehers im brandenburgischen Schildow sind momentan gestoppt. „Doch sie werden weitergehen, sobald die Wetterbedingungen es zulassen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, am Montag. In einer Sitzung haben Staatsanwaltschaft, die Ermittler sowie Bauexperten am Montag beraten, dass als Nächstes nochmals ein Georadar-Gerät eingesetzt wird. Dies ist ein spezielles Messgerät, das „Unregelmäßigkeiten oder Fremdkörper im Erdreich“ aufspüren könne, sagte Grunwald. Doch um das Gerät nun nochmals einsetzen zu können, müsse der Boden möglichst ebenerdig sein. „Deshalb muss dort erst einmal die Erde planiert werden.“

Leichensuche in Schildow
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1 von 24Foto: dpa
29.07.2009 08:2903.03.2009: Die Berliner Polizei hat am Dienstag nach wochenlanger Arbeit die Suche nach einer Leiche im brandenburgischen...



Wie berichtet, gräbt die Polizei seit fast zwei Wochen nach der Leiche des türkischen Türstehers Ahmet K. Ein Hinweisgeber hatte der Polizei berichtet, dass der 1,90 große und rund 140 Kilo schwere Mann Ende 1996 in einer Schöneberger Diskothek erschossen worden sein soll. Der Tippgeber selbst will die Leiche in einen Teppich gewickelt und dann auf der Baustelle in Schildow verscharrt haben. Die Polizei begann daraufhin, auf dem Villengrundstück zu graben. Die Grube ist mittlerweile zehn Meter lang, fünf Meter breit und ebenso tief. Eine Hecke, ein Pavillon samt Grillofen, eine große Kiefer sowie die Veranda des Hauses wurden dafür beseitigt.

„Wir haben es hier mit Mord, also einem Kapitalverbrechen zu tun. Und Mord verjährt nicht. Deshalb müssen wir ermitteln“, erklärt ein Beamter. Bislang sei alles in Einverständnis mit dem Hausbesitzer geschehen. „Der hat nämlich auch ein großes Interesse, dass die Leiche unter seinem Haus gefunden wird.“ Alle Schäden würden dem Besitzer ersetzt. Es werde immer „im Rahmen der Verhältnismäßigkeit“ gearbeitet, sagte Grunwald. Das heißt: Es sei nicht zu befürchten, dass das komplette Haus abgerissen werden müsse, um nach den sterblichen Überresten zu suchen.
„Der Eigentümer hat solche Maßnahmen zu dulden, wenn es um ein Kapitalverbrechen geht“, bestätigte auch Dieter Blümel von „Haus und Grund“, dem Dachverband der Grundbesitzer-Vereine. Doch er habe auf jeden Fall Anspruch auf Ersatz der Kosten beim Staat, betonte er.

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