Potsdam : Polizei verhindert City Run der Hells Angels

Keine "Spazierfahrt" für Rocker: Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Samstag den City Run der Hells Angels und ein geplantes Fest verhindert. Die Rocker wollten eine Motorradtour bis nach Werder/Havel unternehmen.

Ein großes Polizeiaufgebot verhindert den 1. City Run der Hells Angels.
Ein großes Polizeiaufgebot verhindert den 1. City Run der Hells Angels.Foto: dpa

Mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften hat die Polizei am Samstag in der brandenburgischen Landeshauptstadt das Verbot einer Ausfahrt des Rockerclubs „Hells Angels MC Potsdam“ überwacht. Der sogenannte 1. City Run des Clubs sowie ein geplantes Fest in einem Industriegebiet in Babelsberg seien ausgefallen, sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag auf ddp-Anfrage. Die Polizei sei mit rund 350 Beamten im Einsatz gewesen.

Die Polizei habe die Zufahrten in die Stadt von den Autobahnen 2, 9 und 10 sowie von Berlin überwacht. Zudem seien am Industriegebiet zwei Kontrollstellen eingerichtet worden. Dort seien jedoch lediglich fünf Biker kontrolliert worden. Am Clubhaus der „Hells Angels“ in der Innenstadt versammelten sich am Nachmittag rund 25 Anhänger, darunter auch einige Frauen. Bis zum Abend blieb alles friedlich, teilte die Polizei auf Anfrage des Tagesspiegels nach.

Der Rockerclub hatte für Samstag eine Motorradtour für 60 bis 70 Teilnehmer im geschlossenen Verband beantragt, die bis nach Werder/Havel führen sollte. Die Stadt lehnte den Antrag jedoch ab.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) betonte dabei, die „Hells Angels“ seien keine normalen Motorradfahrer. Mitglieder und Anhänger der Rockerbande stellten sich außerhalb der Gesellschaftsordnung und seien immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten. „Deswegen sind sie bei uns nicht willkommen. Eine Machtdemonstration werden wir in Potsdam nicht zulassen“, sagte Jakobs.

Der „Hells Angels MC Potsdam“ betreibt seit rund einem Jahr das Clubhaus in der Innenstadt. Im März fanden Polizisten bei Mitgliedern des Clubs mehrere Waffen, darunter eine Machete, Baseballschläger und Holzstiele. In der Vergangenheit kam es in Berlin und Brandenburg wiederholt zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der „Hells Angels“ und konkurrierender Rockerclubs. Bei den Konflikten geht es vor allem um die Vorherrschaft beim illegalen Handel mit Drogen und Waffen sowie um Prostitution. das/ddp

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