Boxen : Potzlow-Mord: Urteil noch nicht rechtskräftig

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Potzlow Zwei Jahre nach dem grausamen Tod des Schülers Marinus Schöberl in Potzlow ist das Urteil gegen seine drei Peiniger noch nicht rechtskräftig. Die Revision gegen die Schuldsprüche im Mordprozess am Neuruppiner Landgericht laufe noch, hieß es beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Die drei Täter waren im Oktober 2003 zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und 15 Jahren verurteilt worden. Sie hatten Marinus in der Nacht zum 13. Juli 2002 stundenlang gefoltert, dann mit einem Fußtritt gegen den Kopf getötet und ihn in einer Jauchegrube verscharrt. Erst Monate nach dem Verbrechen fanden die Ermittler die skelettierte Leiche (der Tagesspiegel berichtete). Nach der Tat prahlte einer der Peiniger mehrfach vor Zeugen damit, einen „Penner“ und „Assi“ umgebracht zu haben. Mit Gleichaltrigen kehrte er laut Zeugenaussagen sogar mehrfach zum Tatort zurück, stocherte mit einem Beil im „Grab“ herum und holte den zertrümmerten Schädel heraus.

In Potzlow und in Berlin bewegt das grausame Schicksal von Marinus Schöberl noch immer die Gemüter. „Vergessen wird er nicht“, sagt Linda Unger, Bürgermeisterin des 570-Seelen-Dorfes in der Uckermark. An der Friedhofsmauer erinnert ein Gedenkstein an Marinus. Oft liegen dort frische Blumen. In Berlin wird es voraussichtlich bald ein Theaterstück des Filmemachers Andres Veiel („Black Box BRD“) über das Verbrechen geben. Er verhandelt derzeit mit dem Berliner Maxim Gorki Theater und dem Theater Basel. dpa

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