Boxen : Radsport-Kauz stellt skurrile Erfindungen aus

Claus-Dieter Steyer

Neu Boston - Der Erfinder des größten, kleinsten, längsten, verrücktesten und schrägsten Fahrrades der Welt hat sich gestern seinen Lebenstraum erfüllt. Mit vielen Freunden eröffnete Dieter „Didi" Senft eine große Ausstellungshalle mit mehr als 100 Kuriositäten rund um das Rad. Dazu gehören natürlich die 17 Unikate, mit denen der 52-jährige Konstrukteur und Lebenskünstler einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde schaffte.

Die Halle befindet sich gleich neben seinem Wohnhaus in Neu Boston. Der Ort liegt natürlich nicht in Amerika, obwohl sich Philadelphia gleich um die Ecke befindet. Beide Dörfer tragen ihre Namen seit rund 250 Jahren. Friedrich Wilhelm I. hatte mit allerlei Vergünstigungen süddeutsche Siedler angelockt. Ihre ursprünglichen Auswanderungsziele drückten sie im Namen für die neuen Orte aus.

Diese Skurrilität passt zu Didi Senft. Die erste Rekordbestätigung im Guinness-Buch schaffte der gelernte Karosseriebauer schon 1988, als er ein mehr als drei Meter hohes und sieben Meter langes Fahrrad konstruierte. Seit 1993 fährt er jedes Jahr zur Tour de France, zur Tour de Suisse, zum Giro nach Italien, zur Friedensfahrt oder zur Deutschlandtour. Hier rückt er sich dann mit seinen verrückten Rad-Konstruktionen ins rechte Fernseh-Licht und feuert im Teufelskostüm die Fahrer an. Deshalb wird er im Sommer nur selten in der Ausstellung sein. Dann führt seine Frau durch die Halle mit dem Vereinigungs-Vehikel aus Trabant und Mercedes, einer riesigen Konstruktion mit eckigen Rädern, einer Trabi-Rikscha oder dem nachgestalteten schiefen Turm von Pisa, der direkt neben dem Eiffelturm steht.

Die Ausstellung an der Landstraße zwischen der Autobahnausfahrt Storkow der A 12 und der Stadt Storkow ist mittwochs von 15.30 bis 19 Uhr und sonnabends von 13.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen drei Euro Eintritt, Kinder 1,50 Euro.

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