Boxen : Rathenow kriegt einen Leuchtturm Wahrzeichen kommt per Schiff zum Optikpark

Claus-Dieter Steyer

Rathenow - Die Havelstadt Rathenow bekommt einen Leuchtturm. Am heutigen Donnerstag soll der zwölf Meter hohe Stahlkoloss in Rostock auf einen Tieflader verladen und nach Schwerin befördert werden. Dort übernimmt ihn ein Lastkahn, der das Gerät auf der Müritz-Elde- Wasserstraße, der Elbe und schließlich der Havel bis ins 85 Kilometer westlich Berlins gelegene Rathenow befördert. Dort wird er allerdings keinen Schiffen den Weg weisen, sondern mit seinem Licht auf den Optikpark aufmerksam machen, wo 2006 die bisher erfolgreichste Brandenburger Landesgartenschau stattfand. „Der Leuchtturm kommt direkt hinter dem Wehr der Havel ins Wasser“, sagt der Sprecher des Optikparks, Joachim Muus. Die Flößer, die heute Gäste um die Havelinsel schippern, würden den Turm ansteuern. Jeweils sechs Personen können dessen Plattform erklimmen und die Aussicht genießen.

Bis 1997 stand das Bauwerk an der Mittelmole von Warnemünde. Dann wurde die Hafeneinfahrt verbreitert. Der große Leuchtturm auf der Westmole zur Einfahrt in den Alten Strom übernahm allein die Orientierung für die Kapitäne. Der alte Turm sollte ins Rostocker Schifffahrtsmuseum, passte aber wegen seiner Größe nicht hinein. So entstand bei einem Treffen der Freunde der Seezeichen in der Hansestadt mit dem Rathenower Verein zur Pflege der optischen Traditionen in Rathenow die Idee, das gute Stück doch im Brandenburgischen aufzustellen. Schließlich statteten Rathenower Betriebe schon vor mehr als 100 Jahren Leuchttürme in aller Welt mit großen Linsen aus. Zwar stammt ausgerechnet das Innenleben des jetzt georderten Turms nicht aus Rathenow, sondern aus Warnemünde. „Aber so kleinlich wollen wir nicht sein“, sagt Optikpark-Sprecher Muus. Die Freude in der Stadt über die neue Sehenswürdigkeit sei jedenfalls sehr groß. Nur wann diese ankommt, steht noch nicht fest: Es hängt davon ab, wie lange das Schiff mit dem Turm braucht. Claus-Dieter Steyer

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