Rechtsextremismus : Gegendemonstrationen in Halbe und Seelow

In Halbe sind tausende Menschen zu einem "Tag der Demokraten" gekommen. In Seelow begann am Mittag ein buntes Stadtfest. Die Aktionen richten sich gegen geplante Aufmärsche Rechtsextremer an Soldatenfriedhöfen.

Halbe/Seelow - "Der Ort ist voller Menschen aus allen Teilen Brandenburgs", sagte eine Sprecherin des Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. "Wir haben es geschafft, das Gros der Brandenburger zu mobilisieren", fügte sie an. Allein damit sei schon ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt worden.

Mit dem "Tag der Demokraten" wird gegen Umtriebe von Neonazis am Vorabend des Volkstrauertags protestiert. Zum Auftakt der Protestveranstaltung wurde auf dem Vorplatz des Soldatenfriedhofs von Halbe ein Gottesdienst zelebriert. Am Nachmittag war in dem Ort eine Kundgebung unter dem Motto "Lass die Nazi-Träume platzen" vorgesehen, zu der auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erwartet wurde.

Seelow: Stadtfest gegen Rechts

In Seelow begann am Mittag ein buntes Stadtfest mit Musik und Reden demokratisch gesinnter Bürger. Damit wurde gegen Neonazis protestiert, die sich zur selben Zeit zu einem Aufmarsch zur deutschen Kriegsgräberstätte versammelten. Die Rechtsextremisten hatten den Aufmarsch ursprünglich für Halbe angemeldet. Nachdem das Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) eine Demonstration zum Soldatenfriedhof verbot, wichen sie zum "Heldengedenken" nach Seelow aus.

Rund 1500 Polizisten aus Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Bundespolizei sind nach Angaben eines Sprechers in beiden Orten im Einsatz. Bis zum Mittag gab es nach Angaben eines Polizeisprechers keine Zwischenfälle.

Der Waldfriedhof von Halbe ist Deutschlands größter Soldatenfriedhof. Dort fanden nach Angaben des Volksbundes rund 28 000 Tote ihre letzte Ruhe. Bei der Schlacht vor den Seelower Höhen kamen im April 1945 nach Expertenschätzungen rund 100.000 Soldaten und Zivilisten ums Leben. (tso/ddp)

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