Rechtsextremismus : NPD-Funktionär darf keine Waldorfschule eröffnen

Ein "Waldorflandschulheim" für national gesinnte Familien? NPD-Funktionär Andreas Molau ist mit dieser Idee auf heftigen Gegenwind gestoßen.

Stuttgart/RauenDer NPD-Spitzenfunktionär Andreas Molau darf kein "Waldorflandschulheim" in Rauen bei Fürstenwalde eröffnen. "Der Bund der Waldorfschulen hat das Namensrecht schützen lassen, um Namensmissbrauch zu verhindern", teilte der Geschäftsführer beim Bund der Freien Waldorfschulen Christian Boettger mit. Er betonte: "Wir werden mit Sicherheit keiner Schule das Namensrecht erteilen, die in irgendeiner Form mit rechtsradikalem Gedankengut assoziiert ist, weil das der Waldorfpädagogik im Innersten widerspricht."

Molau hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er auf dem Rauener Gut Johannesberg ein "Waldorflandschulheim" eröffnen wolle. Es handle sich um ein Schulungs- und Ferienheim für "national gesinnte" Familien im Stile einer Waldorfschule. Laut Medienberichten hatte seine Frau das seit Jahren ungenutzte, 19,6 Hektar große Areal im Mai gekauft.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg äußerte dagegen, dass der Name "Waldorf" in pädagogischem Zusammenhang namensrechtlich geschützt sei und Molau damit kein "Waldorflandschulheim" in Brandenburg eröffnen könne.

Molau war nach Angaben des Senders NDR Info von 1996 bis 2004 als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Waldorfschule in Braunschweig angestellt. Ihm wurde gekündigt, nachdem er einen Urlaubsantrag gestellt hatte, um eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag aufnehmen zu können. Der 39-Jährige ist NPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Niedersachsen. (mit ddp)

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