Ryder Cup : Bad Saarow will populärstes Golfturnier der Welt

Der Kurort bewirbt sich um die Ausrichtung des Ryder Cups. Das Sportereignis soll 2018 über 300.000 Besucher anlocken.

Claus-Dieter Steyer

Bad Saarow – Der gerade 4000 Einwohner zählende Kurort Bad Saarow träumt vom drittgrößten Sportereignis der Welt. Für das Jahr 2018 bewirbt sich das am südöstlichen Ortsrand und direkt am Scharmützelsee gelegene Sport & Spa- Resort A-Rosa um den Ryder Cup zwischen den besten zwölf Golfspielern Europas und den USA. Mit im Schnitt 800 Millionen Fernsehzuschauern und 300 000 Besuchern stoßen wohl nur Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften auf ein größeres Echo. Deshalb gibt es um die Austragung stets ein großes Gerangel. Zunächst muss, ähnlich wie bei den Olympischen Spielen, das Rennen um die Nominierung als deutscher Kandidat gewonnen werden, ehe die internationale Konkurrenz besiegt werden will. Die innerdeutsche Entscheidung soll Ende August fallen, der offizielle Zuschlag erfolgt dann im Herbst 2010.

„Wir sind bestens auf eine Veranstaltung dieser Größenordnung vorbereitet“, versicherte Holger Hutmacher, Geschäftsführer der A-Rosa-Management- Gesellschaft. „Die letzte Initialzündung gaben die Auszeichnungen als bestes Golfhotel Europas und als Germany''s Leading Golf Resort durch verschiedene Fachgremien.“ Das seien Bestätigungen für das hohe Niveau der drei 18-Loch- Plätze, die von den Golfgrößen Nick Faldo, Arnold Palmer und Stan Eby konstruiert worden waren. Für Anfänger gibt es eine Golfschule und einen 9-Loch-Kurzplatz.

Der härteste deutsche Konkurrent für Bad Saarow sitzt im bayerischen Wittelsbach, wo eigens für den Ryder Cup eine neue Golfanlage entstehen soll. Wie aus Golfkreisen verlautet, sollen die Bayern eng mit der Golflegende Bernhard Langer zusammenarbeiten. Der 51-Jährige hatte 2004 als Kapitän des europäischen Teams zum historischen Sieg über die USA wesentlich beigetragen.

Doch nicht nur das Hotel selbst würde von so einem Turnier profitieren. Die prognostizierten 90 000 Übernachtungen würden sich auf die ganze Region und auf das nur eine Autostunde entfernte Berlin verteilen. „Wir sind von der Bewerbung begeistert“, sagte die ehrenamtliche Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Gerlinde Stobrawa (Linke). „Das Projekt würden wir stark fördern.“ Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schätzt die Plätze in Bad Saarow und schlug eine Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor vor. Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck lobte die Anlage, weil sie Golfer mit höchsten Ansprüchen begeistere.

Ein Vorteil von Bad Saarow ist sicher auch die Nähe zum Großflughafen Schönefeld. Im Bewerbungskonzept ist sogar eine neue Autobahnausfahrt zwischen Storkow und Fürstenwalde vorgesehen, um den erwarteten Besucheransturm zu bewältigen. „Im Falle eines Zuschlags müssten wir den Nick-Faldo-Platz etwas schwieriger machen und ihn verlängern“, kündigte die A-Rosa-Golfdirektorin Vanessa Herbon an. „Dafür wollen wir Bernhard Langer um planerische Unterstützung bitten.“ Die Eigentümerin der Anlage, Ulrike Haselsteiner, sagte bereits die notwendigen finanziellen Mittel auch für den Neubau eines 150-Zimmer-Hotels und eines zweiten Clubhauses zu. Das mehrtägige Turnier selbst sollen vor allem Sponsoren finanzieren. Allein der Etat für die weltweite Vermarktung lag bei den zurückliegenden Cup-Veranstaltungen bei jährlich 1,5 Millionen Euro.

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