Boxen : Scharf sehen dank Laser

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Dauerhafte Hilfe bei einigen Sehschwächen versprechen Lasertechniken, mit denen die Brechkraft des Auges verändert wird. Sie kommen für Kurzsichtige bis maximal zehn Dioptrien, aber auch bei Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung in Frage. Die Entwicklung begann Mitte der 80er Jahre mit der photorefraktiven Keratektomie (PRK), einer Methode, bei der ein Teil der obersten Hornhautschicht mechanisch abgetragen wurde.

Beim modernen Lasik (für: Laserin-situ-Keratomileusis)-Verfahren, das heute weltweit am meisten eingesetzt wird, wird zuerst ein hauchdünnes Scheibchen Hornhaut mit einer Art Präzisionsmesser abgelöst und wie ein Deckel zur Seite geklappt. Anschließend trägt der Excrimer-Laser darunter liegendes Hornhautgewebe ab, um den Brechwert der Hornhaut möglichst präzise zu normalisieren. Wenn der Deckel wieder zurückgeklappt ist, saugt er sich von selbst fest.

Nach Angaben der „Aktion Meditech“ haben sich bisher in Deutschland schon 100000 Fehlsichtige diesem Eingriff unterzogen, der ambulant erfolgen kann. Meist auf eigene Kosten , denn die Kassen zahlen allenfalls in Ausnahmefällen bei nachgewiesener Unverträglichkeit von Brille und Kontaktlinsen.

Bei der neuen Femto-Lasik-Methode kommen zwei Lasergeräte zum Einsatz. Auch die Ablösung der obersten Hornhautschicht, des „Deckels“, erfolgt mittels Laser. Für Patienten mit sehr dünner Hornhaut könnte das Vorteile bringen. Der Berliner Augenarzt Christoph Wiemer, der zusammen mit seinem Kollegen Peter Kaulen in Lichterfelde schon seit zwölf Jahren Brechungsfehler mit

Lasertechniken behandelt, warnt jedoch vor verfrühter Euphorie: „Noch fehlen Langzeiterfahrungen mit dem Femto-Verfahren. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sich die Hornhaut an der Stelle, an der sie mit dem Laser geöffnet wird, häufiger entzündet. Dann sind oft über Monate cortisonhaltige Augentropfen nötig.“ Wiemer plädiert dafür, die Ergebnisse amerikanischer Vergleichsstudien abzuwarten. aml

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