Boxen : Schlaglöcher, sanfte Hügel und viel Ruhe

LARS TÖRNE

Unspektakulär, aber entspannend: Eine Tagestour mit dem Fahrrad durch den Naturpark Uckermärkische SeenVON LARS VON TÖRNE TEMPLIN.Wer Ruhe sucht, der wird im Naturpark Uckermärkische Seen fündig.Hier gibt es kilometerlange Wander- und Radfahrwege abseits der touristischen Zentren, beschauliche Hügel und etliche klare Badeseen.Dafür muß man allerdings in Kauf nehmen, daß die Landschaft gelegentlich etwas monoton ist und kaum spektakuläre Sehenswürdigkeiten bereithält.Ein Tages- oder Wochenendausflug kann in Templin beginnen, das von Berlin mit der Bahn oder dem Auto in eineinhalb Stunden zu erreichen ist.Informationen über den Nationalpark gibt es beim Fremdenverkehrsverein.Das hübsche Fachwerkstädtchen ist Ausgangspunkt vieler Ausflugsrouten, auf denen der 900 Quadratkilometer große Naturpark zu Fuß, per Rad oder auf dem Wasser erkundet werden kann.Ein Großteil der insgesamt 600 Kilometer Wanderwege ist naturbelassen und holperig, aber dennoch fahrradtauglich.Eine entspannende Rundfahrt mit dem Fahrrad von etwa 40 Kilometern Länge führt in Richtung Norden nach Boitzenburg.Radler nehmen vom Markt aus die Straße nach Lychen, verlassen sie allerdings schon auf Höhe des Templiner Sees wieder.An dessen Nordufer führt der Weg nach Knehden.Der gut ausgeschilderte Weg verläuft anfangs durch sanfte Hügel ohne größere Steigungen.Über weite Strecken radelt man auf einem ehemaligen Bahndamm.Vom Fahrrad aus hat man einen guten Blick über kleinere Sumpflandschaften und Wäldchen am Wegesrand.Der feste Sandweg ist mit dicken Reifen gut befahrbar, solange man auf gelegentliche Schlaglöcher achtet.Die Landschaft wird immer wieder aufgelockert durch Hügel und Bachtäler.Der Naturpark ist ein Paradies für Ornithologen.Wer sich die Zeit für kleine Pausen nimmt, kann hier unzählige Vögel beobachten: Kraniche, Bussarde, Rohrweihen - und mit etwas Glück auch einen See- oder Fischadler.Ein erster Anlaufpunkt ist der etwas verschlafen wirkende Ort Warthe.Von hier aus führen Wanderwege in alle Himmelsrichtungen.Wer gutbürgerliche Speisen mag, kann sich im Gasthof "Drei Eichen" mit regionalen Spezialitäten stärken, wie mit der heringsartigen Maräne.Am Ortsrand gibt es einen kleinen Badesee mit Liegewiese.Von hier aus führt der Weg weiter nach Hardenbeck.Für die unebene Strecke entschädigt kurz vor dem Bauerndorf der Blick durch blühende Obstbäume auf den Haussee.Die in der Nähe von Templin noch zahlreichen Wegmarkierungen fehlen hier leider weitgehend, und so kann es passieren, daß man sich auf dem Weg nach Boitzenburg irgendwo in der großflächigen Agrarlandschaft verfährt und im uckermärkischen Sand steckenbleibt.In Boitzenburg angekommen, lohnt sich ein Spaziergang entlang der restaurierten Fachwerkhäuser.Am anderen Ende des Ortes bietet das "Wirtshaus Klostermühle" neben der als Museum hergerichteten alten Mühle regionale Spezialitäten.An warmen Tagen kann man auf der Terrasse mit Blick auf die Ruine des Zisterzienser Nonnenklosters sitzen.Oder man kann im Park des verwaisten und dadurch etwas unheimlich wirkenden Schlosses picknicken.Der Rückweg führt über Wichmannsdorf den bis auf Ausnahmen gut ausgeschilderten Märkischen Rundweg entlang.Vorbei am Trebowsee führt der hügelige Weg nach Klosterwalde.Im Gasthaus "Zur Walnuß" kann man bei schönem Wetter unter dem Nußbaum sitzen und das Storchenpaar auf dem Dach des Nachbarhauses beobachten.Auf den letzten Kilometern nach Templin geht es vorbei an mehreren Badeseen.

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