Schule : GEW fordert 800 neue Lehrer in Brandenburg

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat die Kosten für eine Verbesserung der Brandenburger Schulen auf rund 120 Millionen Euro im Jahr beziffert. Dem Bundesland droht dem Verband zufolge ein Lehrermangel. Das Bildungsministerium bestreitet dies.

PotsdamWegen des Lehrermangels rechne er mit einem besonders problematischen Schuljahr, sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs am Mittwoch in Potsdam. Notwendig seien mindestens 800 zusätzliche Stellen, um den Unterricht nach Lehrplan abzuhalten.

«Das Limit ist erreicht», sagte Fuchs. Er erwarte eine weitere Zuspitzung des Lehrermangels im zweiten Halbjahr, denn es gebe keine Reserven. Jede Kraft, die wegen Krankheit oder ihres Alters ausfalle, sei nicht ersetzbar. Der Landeschef fürchtet, dass in der Folge mehr Unterricht ausfallen wird. Derzeit liegt der Ausfall seinen Schätzungen zufolge bei sechs bis acht Prozent.

Junge Kollegen drohen in andere Teile Deutschlands abzuwandern

Brandenburg müsse die Attraktivität des Lehrerberufs verbessern, forderte der GEW-Landeschef. Dabei gehe es nicht nur um die Wertschätzung in der Gesellschaft, sondern auch um Einkommen und Arbeitsbedingungen. Andernfalls drohe Brandenburg ein großes Problem, da die jungen Kollegen in andere Bundesländer abwanderten.

Der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding, wies die Kritik zurück. Es gebe in Brandenburg keinen Bedarf an zusätzlichen Lehrern. Sein Ressort habe auch keine Erkenntnisse darüber, dass zum Beginn des Schuljahres große Probleme bestünden. Mit Blick auf die geforderten Neueinstellungen sagte Breiding, es sei eine «doppelzüngige Debatte, die der GEW-Chef jetzt anzettelt». Die Gewerkschaft habe die Vereinbarung zum Schutz vor Versetzungen unterstützt, mit der zahlreiche Stellen eingespart oder Lehrer in Teilzeit geschickt würden. Ein paar Wochen später Neueinstellungen zu fordern, sei kontraproduktiv und schade dem sozialen Frieden. (rik/ddp)

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