Boxen : Schwedische Unterstützer

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Auch im kleinen südbrandenburgischen Dorf Horno stirbt die Hoffnung zuletzt. Gestern schauten sich zwei Abgeordnete des schwedischen Reichstages im Ort um, der Ende 2002 dem nahen Braunkohle-Tagebau weichen soll. Ewa Larsson von der Grünen Partei und Sture Arnesson von der Linkspartei sprachen den Einwohnern Mut in ihrem Kampf gegen die drohende Abbaggerung zu. Eingeladen hatte sie der Ortsbeirat. Horno gehört seit 1998 zu Jänschwalde und besitzt somit keinen eigenen Bürgermeister mehr. Die beiden Abgeordneten gehören zu jenen Fraktionen, die Anfang Oktober einen Antrag zur Rettung des Lausitz-Dorfes in das schwedische Parlament eingebracht hatten. Darin appellierten sie an den "umweltethischen Anspruch" des Staatskonzerns Vattenfall. Dieser ist über seine Hamburger Tochter HEW Mehrheits-Eigentümer des Kohleunternehmens Laubag AG. "In Schweden wäre eine solche Umsiedlung undenkbar", sagte Ewa Larsson. "Daher darf das auch nicht in der Lausitz passieren."

Allerdings ist das Gewicht der beiden Parteien in der Regierungskoalition nicht sehr bedeutend. Dennoch reagierte auch die Laubag AG auf den Besuch und stimmte einem Gespräch mit den beiden Abgeordneten am heutigen Montag in Cottbus zu. Außer in Horno schauen sich die Gäste in dem schon vor Jahren von der Landkarte verschwundenen Ort Lakoma um, besichtigen das sorbische Heimatmuseum Dissen und den Kindergarten in Cottbus-Sielow, wo auch sorbischer Unterricht stattfindet.

Schon zu DDR-Zeiten kämpfte Horno gegen eine Umsiedlung zugunsten des Tagebaus. Nach der Wende verstärkten sich zeitweise die Hoffnungen auf einen Erfolg, ehe sich das Unternehmen Laubag AG mit seinen Arbeitsplatz-Argumenten durchsetzte. Rund 4000 Jobs im Tagebau und im nahen Kraftwerk sollen von der Kohle unter Horno abhängen. Klagen gegen die Zerstörung scheiterten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ebenso wie vor dem Brandenburger Landesverfassungsgericht. In Forst sollen die Einwohner ein neues Zuhause erhalten.

Der Hornoer Ortsbeirat zeigte den schwedischen Abgeordneten gestern Möglichkeiten zur Rettung des Dorfes. So sei eine Umfahrung des Ortes durch die Kohlebagger ohne große Probleme möglich. Diesen Vorschlag hatte die Laubag AG allerdings abgelehnt, da dadurch unnötig große Kosten in der Förderung entstünden.

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