Boxen : Sechs Tote: Busfahrer muss ins Gefängnis

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Neuruppin Ein wegen fahrlässiger Tötung in sechs Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilter Busfahrer muss jetzt doch für zwei Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Neuruppin hob gestern die Aussetzung der Strafe zur Bewährung durch das Amtsgericht Oranienburg auf, teilte ein Sprecher mit. Das Landgericht habe keine besonderen Gründe für eine Bewährung erkannt. Die Strafe sei nicht verändert worden. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft und zweier Nebenkläger nach zwei Jahren und neun Monaten Haft.

Der heute 50-Jährige war am 21. Juli 2002 auf der Autobahn A 24 Richtung Hamburg nahe der Abfahrt Kremmen (Brandenburg) ungebremst mit einem Reisebus in einem durch einen Unfall entstandenen Stau mit etwa 100 km/h gegen einen Kleinbus geprallt. Dabei kamen fünf Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren ums Leben. Eine 22-jährige Frau starb in einem anderen Auto, das ebenfalls vom Bus erfasst worden war. Neun Menschen wurden verletzt. Erst nach 131 Metern war der Bus zum Stehen gekommen.

Nach Einschätzung eines Sachverständigen hätte der Busfahrer damals 20 Sekunden Zeit zum Reagieren gehabt. Selbst wenn er nur sieben Sekunden früher gebremst hätte, wären die sechs Menschen heute nicht tot. Der Angeklagte kann sich den Unfall laut Angaben des Gerichtssprechers bis heute nicht erklären. Der Richter führte in der Urteilsbegründung auch die Folgen für den Fahrer an, der heute arbeitslos und in psychiatrischer Behandlung sei. dpa/kt

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