SERIE WENDEKalender : 28. April 1989

Mielke hebt den Schießbefehl auf – und ärgert sich über West-Kampagnen.

JAHRE

MAUERFALL

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Bei einer „zentralen Dienstbesprechung“ des Ministeriums für Staatssicherheit gibt Erich Mielke die Aufhebung des Schießbefehls bekannt, erklärt aber zugleich: „Ich will mal was sagen, Genossen. Wenn man schon schießt, dann muss man es eben so machen, dass nicht noch der Betreffende wegkommt, sondern dann muss er eben dableiben. Was ist denn das, 70 Schuss loszuballern, und der rennt nach drüben, und die machen eine Riesenkampagne.“ Nur widerwillig scheint sich der Stasi-Chef den Anforderungen zu beugen: „Wo noch etwas mehr revolutionäre Zeiten waren, da war es nicht so schlimm. Aber jetzt muss man den neuen Zeiten Rechnung tragen.“

Kommunist Mielke hat Erfahrung im Gebrauch von Waffen. 1931 erschoss er mit einem Freund zwei Polizisten auf dem Bülowplatz (heute Rosa-Luxemburg-Platz). Dafür wird er erst 1993 zur Rechenschaft gezogen. Unter dem Decknamen Fritz Leissner kämpfte Mielke für die „Internationalen Brigaden“ im Spanischen Bürgerkrieg. loy

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