Boxen : Sommertage auf dem Bauernmarkt

Die Brandenburg-Halle ist erstmals ein Handelsplatz auf der grünen Wiese

Claus-Dieter Steyer

Die Drängelei in der Brandenburg-Halle sollte ein Ende haben. Deshalb hat das Land seinen Auftritt auf der Grünen Woche gründlich überarbeitet. So wurde die Zahl der Aussteller auf 93 reduziert; im Vorjahr waren es noch 120. Zwischen den Ständen in Halle 21a ist nun mehr Platz – auch weil hier nicht mehr ein großer Bauernhof aufgebaut wurde, sondern die Designer des Studios Babelsberg einen offenen Marktplatz auf einer grünen Wiese gestaltet haben. „Wir wollen einen Sommertag auf dem Lande präsentieren“, sagte Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag bei seinem Hallenrundgang. „Wir nutzen die Chance, uns auch als Ausflugsziel zu präsentieren.“ Zahlreiche Tourismusverbände, unter anderem aus dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Spreewald und dem Städtchen Werder, stellen in der Halle ihre neuen Jahresprogramme vor. Mit einer Sonderschau ist der Landkreis Elbe-Elster vertreten.

Eine halbe Million Euro lässt das Land sich den Auftritt auf der Grünen Woche kosten, der auch zum Ausbau der internationalen Kontakte genutzt werden soll: Auch Anbieter aus Polen und Finnland sind in der Brandenburg-Halle zu Gast. Agrarminister Woidke trifft Delegationen aus Ungarn, Polen und Lettland. Themen sind unter anderem Unternehmenskooperationen und die Zusammenarbeit im Bereich der Veterinärdienste.

Höhepunkt des Programms ist am Montag der Brandenburg-Tag mit dem Besuch vieler Minister – die sich dann auch wieder mit den Erfindungen und Entwicklungen Brandenburger Bauern, Fleischer, Bäcker, Braumeister vertraut machen können: Kürbis-Bratwurst; Bärlauch-Ketschup; Senf mit Veilchen-, Jasmin- und Meerrettich-Aroma; Stutenmilchlikör. Mehr als 40 Kreationen aus Brandenburg sind zu verkosten – und die Resonanz der Messebesucher wird mit darüber entscheiden, ob sie ihren Weg in die Geschäfte finden. So manches in den vergangenen Jahren auf der Grünen Woche vorgestellte Erzeugnis ist schließlich längst wieder vergessen.

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