Boxen : Spitze im Anwerben: 50 neue Firmen in einem Jahr

Bei der Wirtschaftsförderung hat Brandenburg sogar Sachsen überholt Mit den Ansiedlungen kamen 1600 Jobs ins Land – und der Trend hält an

Thorsten Metzner

Potsdam - Brandenburg ist bei der Neuansiedlung von Firmen neuer Spitzenreiter in Ostdeutschland. Unter den Wirtschaftsfördergesellschaften der neuen Länder hat die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) im Jahr 2005 das beste Ergebnis erzielt und ist an Sachsen als bisheriger Nummer 1 vorbeigezogen. „Es brummt. Der positive Trend hält auch im ersten Halbjahr 2006 an“, bestätigte ZAB-Geschäftsführer Detlev Stronk. Nach dem jetzt veröffentlichten ZAB-Geschäftsbericht ist es 2005 den märkischen Wirtschaftsförderern gelungen, 50 neue Firmen (Gesamtinvestition 271 Millionen Euro) anzusiedeln und so 1600 neue Jobs im Land zu schaffen.

Zum Vergleich Sachsen: Die Wirtschaftsfördergesellschaft des Freistaates, der in der Vergangenheit mit spektakulären Ansiedlungen wie den neuen Werken von BMW und Porsche in Leipzig punktete, konnte im gleichen Jahr nur zehn Unternehmens-Ansiedlungen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 150 Millionen Euro und 676 neuen Jobs verbuchen. Den Rückgang erklären die dortigen Wirtschaftsförderer mit dem „bundesweiten Trend der zurückgehenden Investitionen, dem sich auch Sachsen nicht entziehen könne.“

Auch Thüringen, das ebenfalls zu den Spitzenländern im Ansiedlungswettbewerb gehört, schnitt deutlich schlechter als die ZAB ab: Dort konnten 17 neue Firmen (180 Millionen Euro Investition, 1100 neue Jobs) ins Land geholt werden. Sachsen-Anhalt hält ebenfalls nicht mit: Den 50 Direktinvestitionen Brandenburgs 2005 stehen im westlichen Nachbarland zwölf Neuansiedlungen (131 Millionen Euro) und 1142 Arbeitsplätze gegenüber.

Was besonders überrascht: Selbst im Vergleich zu wirtschaftlich starken alten Bundesländern steht die ZAB gut da. So kann die Wirtschaftsfördergesellschaft von Nordrhein–Westfalen im gleichen Zeitraum 46 Neuansiedlungen mit 517 neuen Arbeitsplätzen vorweisen. Besser schneidet Schleswig-Holstein ab, das 140 neuen Firmen ins Land locken und 2000 neue Jobs schaffen konnte.

An ihre gute Bilanz von 2005 konnte die ZAB auch im ersten Halbjahr 2006 nahtlos anknüpfen: Es sind in den ersten fünf Monaten 15 neue Direktinvestitionen und 13 Erweiterungen bestehender Standorte zu vermelden. Doch die damit verbundenen Investitionen stiegen von 72 Millionen Euro auf 272 Millionen Euro, die Zahl der zugesagten Jobs von 453 auf 1058. „Es ist das beste Halbjahresergebnis unserer Geschichte“, so Stronk. Zu den größten Ansiedlungserfolgen gehört eine Solarfabrik in Brandenburg an der Havel, für die vorige Woche der Grundstein gelegt wurde. Mit dem 70 Millionen-Projekt entstehen 180 neue Jobs. Wie ZAB-Geschäftsführer Stronk sagte, zeigten die Ergebnisse, welche Chancen die Haupstadtregion habe – vor allem, wenn der Standort wie in jüngster Zeit gemeinsam mit Berlin vermarktet wird. Die Wirtschaftsfördergesellschaften beider Länder sollen bis 2008 fusioniert werden.

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