Boxen : Strausberg will nicht zahlen

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Strausberg. Der seit Jahren schwelende Rechtsstreit um das Gelände des früheren Kaufhauses London in Strausberg wird den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beschäftigen. Die Stadtverordnetenversammlung habe sich in nichtöffentlicher Sitzung für die Revision entschieden, teilte Strausbergs Bürgermeister Hans Peter Thierfeld mit. Das Oberlandesgericht Brandenburg hatte die Berufung der Stadt gegen ein Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) zurückgewiesen. Strausberg soll danach rund eine Million Euro an die jüdischen Alteigentümer zahlen.

Klägerinnen sind die über 80-jährige Tochter und die Schwiegertochter des Kaufhaus-Besitzers. Im Restitutionsverfahren zahlte ihnen die Stadt 396 000 Mark. Für diese Summe war die Immobilie 1991 an eine Bauträgergesellschaft übertragen worden, die es jedoch später für 1,4 Millionen weiterverkaufte. Der Anwalt der Klägerinnen, Christoph Partsch, nannte das Vorgehen der Stadtverordneten „menschlich beschämend“. Es sei offenkundig, dass die Strausberger Politiker auf das hohe Alter seiner Mandantinnen spekulierten und Zeit herausschinden wollten. dpa/das

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