Boxen : Streit um Niemeyer-Bad geht weiter

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Potsdam Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat die Potsdamer Stadtväter wegen der Debatte um Mehrkosten beim Niemeyer-Spaßbad kritisiert. „Diese Debatte wird dem Projekt nicht gerecht, sie ist ihm abträglich", sagte Junghanns am Mittwoch im Brandenburger Landtag. Am Wochenende hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bestätigt, dass die Umsetzung des Entwurfs des brasilianischen Stararchitekten Oskar Niemeyer rund 48 Millionen Euro kosten würde – statt der bislang geplanten 31,5 Millionen Euro. Deshalb prüft Potsdam derzeit, das Freizeitbad in einer kleineren Variante – zum Beispiel ohne Tiefgarage und ohne Solbad, mit drei statt vier Kuppeln – zu realisieren. Das Niemeyer-Architektenbüro hat dazu inzwischen Zustimmung signalisiert. Allerdings dürften die Umplanungen nur vom Niemeyer-Büro vorgenommen werden, so João Niemeyer, engster Mitarbeiter des 97-jährigen Architekten.

Junghanns betonte, dass die Architekten nicht für die Kosten verantwortlich seien: Es liege beim Bauherren, „den architektonischen Anspruch in ein betriebswirtschaftlich tragfähiges Projekt zu gießen.“ Das Potsdamer Freizeitbad soll mit rund 24 Millionen Euro aus dem Fördertopf für den Aufbau-Ost, der so genannten Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur, unterstützt werden. Laut Junghanns hat das Wirtschaftsministerium noch nicht über den Förderantrag Potsdams entschieden, weil noch nicht alle nötigen Unterlagen für das Freizeitbad vorlägen. Er bekräftigte aber die „grundsätzliche Bereitschaft" zur Förderung – ohne sich auf eine genaue Summe oder Obergrenze festzulegen. Das werteten Regierungskreise so, dass auch eine leichte Erhöhung der bislang geplanten 24-Millionen Euro Förderung denkbar sei. Junghanns schloss aber aus, dass „die Förderung proportional zu den Baukosten wächst“. thm

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