Boxen : Tankwaggons explodiert: Bahnhof in Brand

Ein Toter und neun Verletzte im südbrandenburgischen Elsterwerda / Verspätungen im IC-Verkehr Berlin-Dresden ELSTERWERDA (fh/dpa/ADN).Bei der Explosion zweier mit Benzin gefüllter Bundesbahntankwagen sind gestern vormittag im südbrandenburgischen Elsterwerda ein Feuerwehrmann getötet und neun Hilfskräfte verletzt worden, zwei davon schwer.Der Bahnhof der 11 000 Einwohner zählenden Gemeinde wurde völlig zerstört.15 von 22 Kesselwagen brannten aus.Die Intercity-Züge zwischen Berlin-Lichtenberg und Dresden verspäteten sich um eine Stunde.Der mit 1276,5 Tonnen Benzin verunglückte Zug war nach Tagesspiegel-Informationen auf dem Weg von der Mineralölraffinerie PCK in Schwedt (Oder) ins sächsische Nossen. Der Güterzug war gestern gegen 06.40 Uhr in den Bahnhof von Elsterwerda eingefahren.Aus noch ungeklärter Ursache entgleisten sechs Kesselwagen.Sie stürzten um und gerieten nach offiziellen Angaben "durch Funkenflug" in Brand.Zwei der Tanks explodierten.Augenzeugen berichteten von einem 50 Meter hohen Flammenball.Die Flammen konnten erst gegen 11.00 Uhr gelöscht werden.Sieben weitere mit Benzin gefüllte Wagen wurden vom Bahnhofsgelände gezogen.120 Anwohner aus nahe dem Bahnhof gelegenen Häusern mußten evakuiert werden; sie wurden in Schulen untergebracht.Rund 330 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungswesen waren den ganzen Tag im Einsatz. Der 66jährige frühere Stadtbrandmeister von Elsterwerda, Horst Mechelk, kam bei der Leitung des Einsatzes ums Leben.Mechelk hatte bereits vor einem Jahr die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr in Elsterwerda aus Altersgründen abgegeben, sprang seither in Notfällen aber immer wieder ein, hieß es.Anfangs war die Polizei in Elsterwerda noch von zwei Toten ausgegangen.Ein vermißter Bundesbahnangestellter sei aber am Nachmittag lebend aufgefunden worden, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Der ausgebrannte Güterzug hatte nach Informationen des Tagesspiegel in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 1.51 Uhr in der Oderstadt Schwedt den Betriebsbahnhof der Mineralölraffinerie Petrochemie und Kraftstoff GmbH (PCK) verlassen, einem Gemeinschaftsunternehmen der Mineralölkonzerne DEA, Agip, Elf, Total und Ruhr Öl.Die Tanks führten insgesamt 1276,5 Tonnen Normalbenzin mit sich, die nach Angaben von PCK-Geschäftsführer Hans-Joachim Knust für den Total-Konzern raffiniert worden waren.Das Benzin sollte vom Umschlagplatz im sächsischen Nossen aus auf der Straße zu Tankstellen in Nordsachsen transportiert werden. Die neun in Elsterwerda verletzten Hilfskräfte wurden in die Krankenhäuser der Gemeinde, sowie von Großenhain und Riesa in Sachsen gebracht.Brandenburgs Innenminister Alwin Ziel (SPD) besuchte sie dort, nachdem er sich in Elsterwerda über das Ausmaß der Schäden informiert hatte.Seinen Aussagen nach wird der Bahnhof Elsterwerda wegen der weiterhin hohen Explosionsgefahr für die nächsten fünf Tage geschlossen bleiben.

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