• Tödliche Legionellen im Klinikum Staatsanwaltschaft untersucht sechs Todesfälle in Frankfurt

Boxen : Tödliche Legionellen im Klinikum Staatsanwaltschaft untersucht sechs Todesfälle in Frankfurt

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Frankfurt (Oder). Im Klinikum Frankfurt (Oder) sollen sechs Menschen an der gefährlichen Legionärskrankheit gestorben sein. Nach Angaben der „Märkischen Oderzeitung“ ermittle nun die Staatsanwaltschaft gegen leitende KlinikMitarbeiter wegen fahrlässiger Tötung. Auch wenn Polizei und Staatsanwaltschaft von sechs Fällen ausgingen, seien beim Gesundheitsamt der Stadt nur zwei Todesopfer bekannt. Sie waren Anfang des Monats im Krankenhaus gestorben.

Man nehme diese Erkrankungen sehr ernst, sagte der Sprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums, Florian Engels, dem Tagesspiegel. Deshalb habe das Ministerium auch das Umweltbundesamt und das Robert-Koch-Institut in Berlin eingeschaltet. Über die Anzahl der Infektionen, den Ort und den Zeitraum der Ansteckung könne er aber noch keine Angaben machen, da die Prüfung noch andauere. Es sei auch noch unklar, ob tatsächlich alle Todesfälle durch Legionellen ausgelöst wurden.

Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung. Sie wird durch Bakterien, den so genannten Legionellen, ausgelöst. Bei zehn Prozent aller Lungenentzündungen seien Legionellen im Spiel, sagt Norbert Suttorp, Chef des Instituts für Infektionsbiologie an der Berliner Charité. Und die Krankheit ist sehr gefährlich. Jeder zehnte daran Erkrankte sterbe, so der Infektologe. Bei rund 250 000 Lungenentzündungen pro Jahr in der Bundesrepublik wären das 2500 Tote. Die Bakterien leben im warmen Wasser. „Am wohlsten fühlen sie sich zwischen 40 und 60 Grad Celsius“, sagt Suttorp. Über 70 Grad werden die Erreger jedoch ausgeschaltet. Um eine Erkrankung auszulösen, müsse man die Bakterien als feinste Tröpfchen inhalieren, zum Beispiel aus einem Duschkopf. „Einfach ein Schluck verseuchtes Wasser reicht nicht.“

„Sechs Tote innerhalb von vier Wochen an einem Krankenhaus – das wäre eine überzufällige Häufung“, kommentiert der Infektologe den Frankfurter Fall vorsichtig. „Dann müsste das Warmwassersystem des Klinikums dringend kontrolliert werden.“ I.B.

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