Boxen : Trapp, trapp – in die Freiheit

Nachwuchs für die Großtrappen: 27 Küken wurden ausgewildert

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Baitz. Die einzigen deutschen GroßtrappenVorkommen an zwei Standorten in Brandenburg haben Zuwachs bekommen. Insgesamt 27 in Gefangenschaft gezüchtete Küken der seltenen Vögel wurden jetzt auf den Belziger Landschaftswiesen nahe Baitz (Potsdam-Mittelmark) und in Buckow (Havelland) ausgewildert. „In den nächsten vier bis sechs Wochen müssen sie sich von uns entwöhnen“, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude.

Nur 76 Exemplare der unter strengstem Schutz stehenden Vögel lebten bis zur Auswilderung der 27 Küken in Brandenburg. 1939 waren es noch 3400 Tiere, 1996 nur noch 55. Aufgrund aufwendiger Schutzmaßnahmen für die Großtrappen – bis hin zum Bau hoher Wälle entlang der ICE-Strecke Berlin-Hannover – erholten sich die Trappen, ebenso wie die Bestände anderer seltener Tiere. „Beim Auswildern der Küken haben wir auch einen Steinkauz und mehrere Brachvögel gesehen“, sagt Freude. „Sie profitieren davon, dass der Boden nach unseren Abmachungen mit den Bauern nicht mehr gedüngt und festgefahren wird.“ Fast 20 Küken des schwersten flugfähigen Vogels Europas – ein ausgewachsener Hahn bringt es auf bis zu 17 Kilo – wurden dieses Jahr in der Natur geboren. Dabei hatten Experten das Aussterben der Trappen in Deutschland für unvermeidlich gehalten.

Die kleinen Trappen müssen jetzt laut Freud vor allem die „Feindvermeidung“ lernen. Schließlich haben sie keine Eltern, die sie beispielsweise vor dem Fuchs als ärgster Bedrohung warnen könnten. „Aber in so einer Gruppe lernt ein Tier vom anderen“, erläuterte der Umweltamtspräsident. Die Chance, das erste Jahr zu überleben, liegen in guten Jahren bei 50 Prozent. Um den Küken das Entwöhnen zu erleichtern, erhalten sie – nur sporadisch – etwas Lebenshilfe aus Futterautomaten. dpa

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