Boxen : Ulrike weiter vermisst: Im ausgebrannten Auto Spuren von dem Mädchen

Claus-Dieter Steyer

Das Schicksal der vor fast einer Woche verschwundenen 12-jährigen Ulrike Brandt aus Eberswalde blieb auch gestern ungewiss. Ihre Eltern identifizierten in einem ausgebrannten Auto Teile eines Rucksacks und einer Haarspage als Eigentum der Tochter. Die Polizei hielt sich mit ihrem Urteil noch zurück. Erst müsse noch das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchug abgewartet werden. Es sei jedoch sicher, dass in dem Auto kein Mensch verbrannt sei. Rund 500 Polizisten durchkämmten erneut das Gebiet rechts und links der unbefestigten Straße zwischen dem Ortsteil Finow und Bernau.

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Die Chronik des Verschwindens
Am Anfang des rund 20 Kilometer langen und vorwiegend durch Wälder führenden Weges war am Donnerstag das beschädigte Fahrrad des Mädchens gefunden worden. Unweit der Kreuzung dieser so genannten Poststraße mit der Bundesstraße 2 war am gleichen Tag ein weißer VW-Polo ausgebrannt.

Die Polizei vermutet, dass die 12-Jährige kurz vor ihrem Verschwinden von diesem Auto angefahren wurde. "Wir gehen von einer Verwicklung des Fahrers dieses Pkw in den Fall Ulrike aus", sagte Polizeisprecher Gerald Pillkuhn. Allerdings stand bis gestern das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung des Fahrzeuges im Landeskriminalamt noch aus. Nur anhand der Identifizierungsnummer konnten die Spezialisten überhaupt die Farbe des Autowracks ermitteln. Lacksplitter eines solchen Fahrzeuges waren am Fahrrad von Ulrike entdeckt worden. Es muss demnach zu einer Kollision zwischen Rad und Pkw gekommen sein. Danach muss der Fahrer das Mädchen in sein Auto gebracht und entführt haben. Davon geht die Polizei aus, die gestern ein neues Phantombild des mutmaßlichen Fahrzeugführers in Eberswalde und Umgebung verteilte. Sie sucht nach einem etwa 1,70 Meter großen Mann zwischen 20 und 30 Jahren mit kurzen, dunklen Haaren.

Eine Frau hatte sich gestern gemeldet und die Personenbeschreibung abgegeben. Sie wollte einen weißen Polo in der fraglichen Zeit des vergangenen Donnerstag auf der Straße zwischen Finow und Bernau gesehen haben. In dem ausgebrannten Auto fand die Polizei "Kleinteile", ohne nähere Angaben zu machen.

Das Auto war am vergangenen Donnerstag von dem in Berlin ansässigen Fahrzeughalter als gestohlen gemeldet worden. Nach dessen Angaben hatte er das Auto in Strausberg geparkt. Dort verschwand es. Das Protokoll der Bernauer Feuerwehr vermerkt für den bewussten Tag um 21 Uhr einen Löscheinsatz bei einem Polo. Doch erst Anfang der Woche fiel den Beamten ein möglicher Zusammenhang mit dem Fall Ulrike auf.

Bisher gingen rund 300 Hinweise auf den möglichen Aufenthaltsort des Mädchens und des gesuchten Mannes ein. Die Polizei setzte auch gestern Suchhunde und Hubschrauber mit Wärmebildkameras ein. Spuren von Ulrike und ihrem möglichen Entführer werden auf einer rund acht Quadratkilometer großen Fläche vermutet.

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Suche wird verstärkt
Die Belohnung für Hinweise zum Fall wurde von 3000 auf 8000 Mark erhöht. Ein Privatmann aus Norddeutschland stockte die Summe auf.

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