• Viele Menschen in Berlin und Brandenburg haben Angst an Haltestellen und auf Bahnhöfen

Umfrage in Berlin und Brandenburg : Die Angst an dunklen Haltestellen

37 Prozent der Fahrgäste fühlen sich an Bahnhöfen und Bushaltestellen in Brandenburg unsicher - im deutlich belebteren Berlin sind es deutlich weniger.

Unangenehmer ist es noch, wenn gar keine anderen Fahrgäste am Bahnsteig warten.
Unangenehmer ist es noch, wenn gar keine anderen Fahrgäste am Bahnsteig warten.Foto: dpa

Nachts an einer einsamen Bushaltestelle, am trübe beleuchteten Bahnsteig: Solche Situationen lösen Ängste aus. In Brandenburg ist dies offenbar besonders häufig der Fall. 37 Prozent der Fahrgäste fühlen sich dort an Bahnhöfen oder Busstopps unsicher. Brandenburg schneidet damit im bundesweiten Ländervergleich zusammen mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland am schlechtesten ab. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts, die im Auftrag mehrerer Fahrgastverbände durchgeführt wurde. Im Vergleich zu einer ähnlichen Befragung vor etwa einem Jahr hat sich die Situation aber dennoch ein wenig verbessert: Damals erklärten noch 44 Prozent der Brandenburger Fahrgäste, sie würden sich an Bus- und Bahnstationen fürchten.

Wer erst mal in einen Bus oder in die Bahn eingestiegen ist, fühlt sich dann aber wesentlich sicherer. Das trifft aktuell auf 92 Prozent der Fahrgäste im Land zu. „Ganz wesentlich“ für dieses Sicherheitsgefühl sei die Anwesenheit von Zugbegleitern bei den Regionalverbindungen, teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf Anfrage mit. An dieser Präsenz will der VBB auch künftig „konsequent festhalten“.

Innenministerium in Brandenburg: "Viele Leute gruselt es dort."

Auf den vielen kleinen und mittleren Bahnhöfen in Brandenburg steht man dann aber häufig alleine oder mit wenigen anderen am Gleis. „Viele sind zudem völlig verwahrlost, weil sich die Bahn nicht darum kümmert“, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker. Dass es „Leute dort gruselt“, könne er gut verstehen. Anders in Berlin. Dort sind viele Haltestellen selbst nach Mitternacht noch belebt. Und in jedem BVG-Bahnhof sowie in fast allen Bussen gibt es Überwachungskameras. Fahrgäste fühlen sich sicherer: In Berlin klagen nur 25 Prozent über Ängste an Bus- und Zugstationen.
Im Innenministerium verspricht man sich aber nicht viel davon, „nun auch an jedem märkischen Bahnhof Videokameras anzuschrauben“. Deren Bilder müssten ja auch personalintensiv überwacht werden. Der VBB setzt stattdessen auf die seit einigen Monaten verstärkten Streifen der Bundespolizei. Diese hätten schon etwas mehr Sicherheit suggeriert. Die jüngste Forsa-Umfrage gibt dem VBB recht: 82 Prozent der Brandenburger Fahrgäste wünschen sich mehr Sicherheitspersonal in Zügen, Bussen und an den Stationen.

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Die tatsächliche Gefährdung scheint aber erheblich geringer zu sein als befürchtet. Die Entwicklung der Straftaten an Brandenburgs Haltestellen wird zwar nicht statistisch erfasst, doch Innenministerium und Bundespolizei halten das Ausmaß der Ängste für unbegründet. „Das subjektive Sicherheitsempfinden ist hier objektiv falsch“, heißt es bei der Bundespolizei. „Es gibt an den Bus- und Bahnstationen keine besorgniserregende Kriminalitätslage.“
Der Verband Allianz Pro Schiene kritisiert, dass es zur Gewalt an Bahnhöfen und in Zügen noch immer keinen vollständigen Zahlenüberblick gebe, sondern deutschlandweit eher einen Flickenteppich. Der Bund solle einen jährlichen Bericht zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr vorlegen. Auf dieser Grundlage könnten dann Entscheidungen getroffen werden, sagt Verbands-Geschäftsführer Dirk Flege. Er sieht auch gewaltigen Handlungsbedarf an den Verkehrsstationen. Die Angst vieler Reisenden müsse ernst genommen werden. „Im Zweifelsfall gibt nämlich das Gefühl den Ausschlag, ob jemand den öffentlichen Verkehr nützt oder meidet“, sagt Flege.

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