Umstrittenes Schulprojekt : Waldorfschulen wollen gegen NPD-Funktionär klagen

Die Sache ist pikant: Ein Rechtsextremer plant, im brandenburgischen Rauen ein "Waldorflandschulheim" zu gründen. Ein Schulverband will dem NPD-Mann nun verbieten, den Begriff "Waldorf" zu verwenden.

Stuttgart/RauenDer Bund der Freien Waldorfschulen geht mit einer Unterlassungsklage gegen den NPD-Funktionär Andreas Molau vor. Mit der Klage solle es dem bekennenden Rechtsextremisten untersagt werden, die Bezeichnung "Waldorf" für eine von ihm geplante Schule im brandenburgischen Rauen zu verwenden, teilte der Bund mit.

Molau ist Spitzenkandidat der NPD für die Landtagswahl in Niedersachsen. Er will auf dem Gut Johannesberg in Rauen bei Fürstenwalde ein "Waldorfschullandheim" für "national gesinnte" Familien gründen. Das 19,6 Hektar große Gut soll seine Frau im Mai gekauft haben. Die tatsächlichen Besitzverhältnisse sind aber bis heute unklar.

Schulverband: Unvereinbar mit Waldorf-Gedanken

Sprecher des Bundes der freien Waldorfschulen betonten, zentrales Anliegen der Waldorf-Pädagogik sei die Entwicklung freier, sich selbst bestimmender Individuen. "Nationale Gesinnung" und damit die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit sowie autoritäre Gesellschaftsstrukturen seien damit nicht vereinbar. Waldorfschulen setzten sich weltweit für ein solidarisches Zusammenleben aller Menschen ein. Eine Waldorfschule, die auf der Grundlage der von Molau vertretenen Denkrichtung aufbaue, könne und werde es niemals geben.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Derzeit gibt es weltweit mehr als 1000 Waldorfschulen sowie 2000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen. (mhz/ddp)

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