Undichtes Ventil : Gasunfall auf Bahnhof Guben

Wegen eines Lecks an einem Kesselwagen mit hochexplosivem Butangas ist der Bahnhof Guben am Sonntagnachmittag geräumt worden. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Katastrophe von Elsterwerda.

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Guben - Der Bahnhof Guben musste am Sonntagnachmittag komplett geräumt werden, nachdem gegen 13.50 Uhr an einem Kesselwagen austretendes Gas entdeckt worden war. Etwa 50 Menschen wurden von Polizei und Bahnmitarbeitern aus dem Bahnhof geführt. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot aus. Der Strom in den Oberleitungen wurde abgeschaltet. Der Bahnhof blieb bis in die Nacht gesperrt; wie lange die Arbeiten dauern würden, war unklar.

Nach Angaben der Feuerwehr-Leitstelle hatte der Waggon hochexplosives und gesundheitsgefährdendes Butan geladen. Spezialisten der Feuerwehr mit Schutzkleidung und Atemschutzgeräten stellten gegen 16 Uhr fest, dass ein Ventil an dem Wagen undicht war. Es wurden Experten der Bahn aus Berlin angefordert, die den Schaden beheben sollten. Dieser sei nicht beim Rangieren entstanden, betonten Bahn und Bundespolizei.

Nach Angaben eines Bahnsprechers kam der Güterzug mit seinen 25 Kesselwagen über die Grenze aus Polen nach Guben. Hier wurde das austretende Gas von einem Bahnmitarbeiter entdeckt. Der Bürgermeister der Stadt ließ am Nachmittag ein Servicetelefon einrichten. Der Verkehr auf der Strecke Cottbus–Frankfurt (Oder) wurde unterbrochen. Die im Stundentakt fahrenden Züge der RE 11 endeten in den Bahnhöfen Kerkwitz und Wellmitz vor der Grenzstadt Guben. Zwischen diesen beiden Orten fuhren Busse.

Feuerwehrleute erinnerten sich am Sonntag sofort an die Explosionskatastrophe auf dem Bahnhof Elsterwerda im Jahr 1997. Damals waren 17 Kesselwagen mit Benzin wegen zu hoher Geschwindigkeit an einer Weiche entgleist. Ein Wagen explodierte sofort, ein zweiter erst nach Eintreffen der Rettungskräfte. Dabei kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Der Bahnhof wurde durch die Wucht der Explosionen größtenteils zerstört. Zwei Mitarbeiter der Bahn waren wegen ihrer Fehler zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sie hatten vergessen, einen Bremsschlauch anzuschließen, deshalb konnte der Güterzug nicht bremsen. Ha

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