Boxen : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner über ein Tête-à-tête der Kanzlerin in Potsdam

Ein bisschen merkwürdig war es schon, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt mit Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) die Gedenkausstellung für die Keramikerin Hedwig Bollhagen im Potsdamer Kutschstall besichtigte. Von Merkels märkischen Parteifreunden aus der Christdemokratie war niemand dabei, weder die für die Ausstellung zuständige Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, noch Landeschef Ulrich Junghanns. Aber Platzeck und Merkel, die sich schon lange kennen (und unter vier Augen duzen), haben eben ein besonderes Verhältnis miteinander: Klar, dass die Bollhagen-Ausstellung auch nicht der Hauptgrund war, weshalb sich die Kanzlerin in die brandenburgische Landeshauptstadt aufgemacht hatte: Die Wagenkolonne rauschte zwar nach etwa 45 Minuten wieder ab in Richtung Berlin – aber sie fuhr nicht einmal bis zur Glienicker Brücke. Ganz diskret kehrten Angela Merkel undMatthias Platzeck noch im schicken Restaurant „Il Theatro“ ein, neben dem neuen Potsdamer Theater an der Schiffbauergasse. „Beide ließen sich nach dem Aperitif sizilianisches Rumpsteak schmecken“, beobachtete ein Augenzeuge. „Es ging am Tisch sehr fröhlich zu, als ob nicht nur über Politik, sondern auch privat über Gott und die Welt parliert wurde“, wird erzählt.

Nun gut, wer vier Stunden lang beim Italiener gemütlich einkehrt, muss sich wirklich gut verstehen. thm

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