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Thorsten Metzner über eine Zauberformel und eine Empfangs-Flut

Thorsten Metzner

Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um beim Wahlvolk zu punkten. Die Linksfraktion im Landtag entwickelt deshalb gerade ein neues „Kommunikationskonzept“. Im bislang noch internen Entwurf, den die Abgeordneten jetzt verbessern dürfen, finden sich kreative Vorsätze: „Eine Reduzierung der Pressemitteilungen um ein Drittel bei gleichzeitiger Erhöhung des durchschnittlichen Nachrichtenwertes wäre wünschenswert.“ Die neue Linke hat erkannt, dass „höchstens drei“ Pressemittelungen „pro Tag“ sinnvoll sind – „damit unser Absender nicht in generellen Spamverdacht gerät.“ Nicht zu toppen ist aber die „Formel für die Attraktivität eines Kommunikationsangebotes“, mit der die Links-Fraktion künftig PR machen soll. Sie lautet: „Betroffenheit x Abweichung vom Normalen x persönlicher Nutzwert x Ergebnis dividiert durch Alltägliche Informationsflut x persönlicher Rezeptionswiderstand.“ Kann da noch was schief gehen? Komisch ist nur, dass man sich, so gut gerüstet, trotzdem nur ein bescheidenes Ziel setzt: den „erfolgreichen Wiedereinzug in den Landtag zu erreichen.“

Viel Zeit zum Regieren blieb Brandenburgs Ministern in den letzten Tagen wohl nicht: Die Kabinettsmitglieder sausten von Neujahrsempfang zu Neujahrsempfang: Ob Landkreise, Humboldt-Stiftung, Regionalzeitung ... Alle hatten den traditionellen Termin in die dritte Januarwoche gelegt. Und das galt auch für den Neujahrsempfang, zu dem Landtag und Landesregierung geladen hatten. Merkwürdig: Der langjährige Ministerpräsident Manfred Stolpe, der gerade aus San Francisco zurückgekehrt ist, wo er mit Ehefrau Ingrid einige Monate Tochter und Enkel besucht hatte, wurde nicht gesichtet – dafür aber beim Empfang der Stadt Potsdam. Wie man hört, soll der Landesvater nicht auf der Einladungsliste des Landtages stehen.

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