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Thorsten Metzner sinniert über märkisch-kaukasische Fluglinien

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Foto: dpa

Von wegen die Mühen der Ebene. Politiker aus dem flachen Brandenburg zieht es neuerdings hoch hinauf, in den Kaukasus: Erst bereiste eine Parlamentariergruppe kurz vor der Europawahl das schöne Georgien. Mit dabei Linke-Fraktionschefin Kerstin Kaiser, die CDU-Partei-Vizes Sven Petke und Barbara Richstein sowie die Sozialdemokratin Britta Stark. Jetzt war Finanzminister Rainer Speer (SPD) mit Grünen-Bundeschef Cem Özdemir auf Mission des Naturschutzbundes Deutschland im Westkaukasus unterwegs. Das Unesco-Weltnaturerbegebiet dort feierte sein zehnjähriges Bestehen. Speer, der Anfang der 90er Jahre Umweltstaatssekretär in Potsdam war, antwortete auf verwunderte Nachfragen nach den Hintergründen des Öko-Trips geheimnisvoll: „Ich bereite mich auf neue Aufgaben im Land Brandenburg vor.“ Er wolle da schließlich flexibel sein, manche würden „bei Grünuniformierten ja nur in die eine Richtung denken“. Nach dem sozialdemokratischen Buschfunk soll Speer im Herbst Innenminister werden.

Als sich die Ost-Ministerpräsidenten jetzt im Schloss Herrenstein in der Uckermark trafen, wurden besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Die Hubschrauberpiloten, die Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) einflogen, bekamen spezielle Routenanweisungen: 600 Meter neben dem Schloss nistete nämlich ein einheimisches Storchenpaar, das keinesfalls erschreckt werden durfte. Dazu passte, dass das Treffen der Länderchefs trotz Vorwahlkampf sehr harmonisch ablief, was Gastgeber Matthias Platzeck mit der sinnlich-beruhigenden Aura der „Po- und Busenlandschaft“ ringsum erklärte. „Das macht eben die Uckermark“. Es gab wohl noch einen anderen Grund für die Ortswahl: Es ist Platzecks neuer Landtagswahlkreis. Sein dortiger CDU-Konkurrent Alard von Arnim war dennoch voll überschwänglichen Lobes: Es sei „eine hervorragende Idee von Herrn Platzeck“ gewesen, „die hohen Herrschaften bei mir ums Eck nach Schloss Herrenstein bei Gerswalde einzuladen.“ Dies sei bessere Werbung für die Uckermark als die öffentliche Anregung von Günter Grass, „Bayern eine Anreizprämie für den Umzug in die Uckermark“ zu geben.

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