Boxen : UNTERM ADLER

Michael Mara

rätselt über die korrekte Etikettierung lebender Fische Brandenburgs Landesregierung will bekanntlich die Bürokratie abbauen: Aber so richtig geht es nicht voran. Deshalb will jetzt der Landtag selbst einen Ausschuss zum Abbau der Bürokratie einrichten. Manche Abgeordnete meinen, dass man bei den Verordnungen der Regierung beginnen sollte. So will das Kabinett eine neue "FischEtiZV" beschließen, ausgeschrieben heißt das: Fischetikettierungszuständigkeitsverordnung. Darin wird festgelegt, welche Produkte einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Zum Beispiel: „Fische geräuchert, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake“, aber auch „Krebstiere mit und ohne Panzer“ sowie „wirbellose Wassertiere lebend, frisch, gekühlt, gefroren, getrocknet oder gesalzen“. „Lebende Fische“ stehen ebenfalls auf der Liste – und Abgeordnete fragen sich jetzt, wie diese wohl gekennzeichnet werden sollen. Mit Aufklebern, Stempeln oder Halsbändern?

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Jeder hat seine Träume: Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat gerade zu verstehen gegeben, dass er schon gern als Bundesverteidigungsminister in ein Kabinett Merkel nach Berlin gehen würde. Schönbohm, einst General und Staatssekretär auf der Hardthöhe, liebt das Militärische immer noch. Er benutzt gern militärische Begriffe, äußert sich zu Verteidigungsfragen. Doch beim Sommerfest der Landesregierung musste er an militärische Bräuche erinnert werden: Schönbohm, der in einer langen Schlange am Buffet stand, wurde plötzlich angesprochen: „Von meiner Bundeswehrzeit bin ich es noch gewohnt, dass sich die oberen Ränge beim Essenfassen hinten anstellen.“ Prompt ließ Schönbohm dem Reserveoffizier und leitenden Oberstaatsanwalt Rolf Grünebaum den Vortritt: „Dann wollen wir es heute hier auch so halten.“

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