Boxen : UNTERM ADLER

Michael Mara

über einen düpierten Parteichef und eine renitente Abgeordnete CDU-Landeschef und Innenminister Jörg Schönbohm dürfte darüber nicht erbaut sein: Der CDU-Direktkandidat in Märkisch-Oderland/Barnim, Dierk Homeyer, hat ihn aus seiner Wahlkampfzeitung geworfen. In der „Aktionszeitung“ der übrigen neun CDU-Direktkandidaten ist ein von der Landesgeschäftsstelle geliefertes Interview und Foto Schönbohms veröffentlicht. Homeyer sah das nach den empörten Reaktionen auf Schönbohms These von den proletarisierten Ostdeutschen als hinderlich für seinen Wahlkampf an. Sein lapidarer Kommentar: „Ich bezahle die Zeitung schließlich selbst.“ Allerdings: Am Dienstag tritt Schönbohm auch auf einer Wahlkundgebung in Strausberg auf. Neben ihm auf der Bühne wird der Direktkandidat für diesen Wahlkreis stehen – Homeyer.

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Esther Schröder, die von der PDS zur SPD gewechselte Landtagsabgeordnete, gilt als schwierig – spätestens seit ihre Berufung zur Staatssekretärin für Arbeit in Berlin an ihren Verbeamtungsforderungen platzte und die PDS sie nach langem Hin und Her aus der Fraktion ausschloss. Jetzt hat die Vize-Fraktionschefin auch die Sozialdemokraten verärgert. Denn sie weigerte sich, ihren Wahlkreis zu betreuen. Das sei ihr nicht zuzumuten, außerdem werde sie dort bei der nächsten Landtagswahl sowieso nicht mehr antreten, soll sie erklärt haben. Die Genossen in Oberspreewald-Lausitz sind sauer, weil sie der Potsdamerin auf Wunsch von Parteichef Matthias Platzeck im Herbst 2004 die Kandidatur ermöglicht hatten. Kürzlich war Landesgeschäftsführer Klaus Ness an Ort und Stelle, um die Wogen zu glätten. In einer internen Sitzung habe er sich für Schröder entschuldigt, heißt es.

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Sven Petke, CDU-Generalsekretär, hat vor Schülern des Fontane-Gymnasiums Rangsdorf verraten, was er am liebsten wäre: Politiker in Kuwait. „Jede Menge Ölquellen, jede Menge Geld zu verteilen, jeden Tag bei Einweihungen, Bänder durchschneiden.“ Mit seinem Auftritt im Gymnasium, wo er das Regierungsprogramm der CDU erläuterte, setzte sich Petke über die so genannte Verwaltungsvorschrift Schulbetrieb hinweg. Sie untersagt ausdrücklich sechs Wochen vor Wahlen Auftritte von Politikern in Schulen.

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