Boxen : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Es gibt immer noch viele Klagen über Bürokratie im Lande. Dass es auch anders geht, ganz ohne Prinzipienreiterei und Formalisieren, bewies jetzt Brandenburgs Landtagsdirektor Detlef Vogt. Es geht um „Felix“, den kleinen Jack Russel von Barbara Richstein, den die CDU-Abgeordnete gelegentlich mit ins Parlament nehmen würde: Weil er ohne sie so einsam wäre, aber vielleicht ist es ja auch andersherum. Das Problem: Hunde dürfen nach der strengen Hausordnung des Parlamentes nicht ins Gebäude. Parlamentsdirektor Vogt fand einen wirklich eleganten Ausweg: Er erteilte für „Felix“ eine Ausnahmegenehmigung. Der sei nämlich so klein und so süß, dass es sich bei ihm „nicht um einen Hund im Sinne der Hausordnung handelt“. Die muss demnächst ohnehin geändert werden, um das neue Rauchverbot dort zu verankern. Vielleicht kann man dafür das strenge Hundeverbot herausnehmen.

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Die Landeszentrale der CDU schickte jetzt in Hochstimmung ein Fax direkt ans Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Es handelte sich um einen Leserbrief, den der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Kuhnert in einer Regionalzeitung veröffentlicht hat. Die Überschrift: „Hochachtung vor dem Start der Kanzlerin.“ Kuhnert lobt darin die klaren Ansagen Merkels zu Menschenrechtsverletzungen der USA in Guantanamo wie auch zur Tschetschenienpolitik Russlands. Zwar habe er auch künftig nicht vor, CDU zu wählen, so der zum linken Lager der SPD zählende Genosse. „Aber diese Kanzlerin hat bei mir in den ersten Monaten ihrer Amtszeit schon mehr Pluspunkte gesammelt als mein ,eigener’ Kanzler und sein Chamäleon-Außenminister in sieben Jahren“, so das Fazit Kuhnerts. „Insofern könnte die große Koalition ein Glücksfall werden und kein bloßes Zweckbündnis.“

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Ob die große Koalition in Brandenburg ein Glücksfall ist, wissen wahrscheinlich selbst die Koalitionäre nicht so genau. Um die Kita-Betreuung stritten sie jetzt jedenfalls fast zwei Wochen bei nichtigen Differenzen, bis die Fraktionschefs Günter Baaske (SPD) und Thomas Lunacek (CDU) bei einem leckeren Mittagessen – es gab Lachs – den Streit beilegten, der keiner war. Jetzt wollen es die Jungen besser machen: Die unter Vierzigjährigen in beiden Fraktionen, von denen es so viele ja nicht gibt, haben jetzt einen eigenen Koalitionsausschuss gegründet. Der „U 40“ traf sich jetzt zum ersten Mal und zwar dort, wo auch die Alten regelmäßig tagen: beim Edelitaliener in der Potsdamer Villa Haacke. Mit dabei waren für die SPD Klara Geywitz, Tina Fischer, für die CDU die parlamentarische Geschäftsführerin Saskia Funck und Sven Petke, der auch CDU-Generalsekretär ist. Es handle sich um kein Geheimtreffen, betont Petke: „Wir wollen versuchen, junge Themen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.“

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