Boxen : UNTERM ADLER

Michael Mara

CDU-Generalsekretär Sven Petke ist umtriebig wie kaum ein anderer Brandenburger Politiker: ständig in den Medien präsent, hat gerade einen Kurswechsel in der Partei hin zu sozialen Themen eingeleitet, zieht fleißig Strippen. So auch, als führende Köpfe des Landes letzte Woche als Reaktion auf den fast zu Tode geprügelten Schwarzen in Potsdam einen Aufruf gegen Hass, Intoleranz und Rassismus veröffentlichten. Petke störte daran nur eins: dass SPD-Fraktionsvorsitzender Günter Baaske ganz prominent als Erster auf der alphabetischen Unterstützer-Liste im Internet stand. Also schaute er in sein Telefonverzeichnis und wurde fündig: Er rief Parteifreundin Silke Adam an, Vorsitzende des evangelischen Arbeitskreises der CDU Berlin-Brandenburg, die sich schnell in die Liste eintrug. Doch stand sie nur kurze Zeit an der Spitze, ständig kommen neue Namen hinzu.

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Ein denkwürdiges „Zeugenschutzprogramm“ hat die 3. Große Strafkammer des Landgerichtes Cottbus beschlossen: In einem bestimmten Verfahren dürfe der Lärmpegel 75 Dezibel nicht überschreiten. Zur Überwachung ließ die Vorsitzende ein Lärmmessgerät installieren und einen Sachverständigen anheuern. Der Anlass für diese vielleicht einmalige Maßnahme: Ein Verteidiger hatte Zeugen laut unterbrochen und angeschrien. Deshalb hätten Vorkehrungen getroffen werden müssen, „um angemessen reagieren zu können, wenn Zeugen erneut von einem der Prozessbeteiligten angeschrien werden.“ In diesem Fall kann den Zeugen eine Erholungspause gewährt oder der Verteidiger dazu verdonnert werden, seine Fragen dem Gericht schriftlich mitzuteilen. Zeugen dürften keinen Belastungen ausgesetzt werden, „bei denen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können“.

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