Boxen : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Landtagspräsident Gunter Fritsch, der gerade in Amerika Urlaub machte, hatte anfänglich Probleme mit der Zeitumstellung: Auf der Telefonanlage seines Büros im Landtag wurden jedenfalls merkwürdige mitternächtliche Anrufe des Präsidenten registriert, der es lange klingeln ließ und sein Sekretariat wohl beim Sonnen in Potsdamer Cafés wähnte. Kaum wieder zu Hause, musste Fritsch erleben, dass er bei einem wichtigen Termin zum Neubau des Landtages auf dem Alten Markt ausgebootet werden sollte. Zur feierlichen Unterzeichnung der Verträge durch Oberbürgermeister Jann Jakobs und Finanzminister Rainer Speer war ausgerechnet der Landtagspräsident nicht eingeladen, was nach Nachfrage allerdings schleunigst korrigiert wurde. Fritsch nahm die Panne mit Humor: „Ich freue mich, rechtzeitig aus Amerika zurück zu sein, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können.“

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Juristische Tücken lauern überall. So hat das Land in Bernau gerade eine schicke neue Polizeiwache gebaut. Jetzt stellte sich heraus, dass die Beamten dort ein Problem haben: Landesbehörden haben es nämlich versäumt, für die einzige Zufahrt, die über ein privates Grundstück verläuft, das Wegerecht zu klären. Die Situation ist nun ziemlich peinlich: Ausgerechnet die Gesetzeshüter von Innenminister Jörg Schönbohm, die sonst im Kassieren von Bußgeldern bekanntermaßen nicht gerade zimperlich sind, müssen derzeit auf illegalem Wege zu ihrer Wache gelangen – und dabei die Schilder „Durchfahrt verboten“ ignorieren.

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Über einen juristischen Fauxpas stöhnte auch Staatskanzleichef Clemens Appel, als früherer Vizepräsident des Landesarbeitsgerichts vom Fach: Er war beim Studium eines Entwurfs für das neue Gesetz zur Lehrerbildung, den das Bildungsministerium geliefert hatte, über einen Satz gestolpert: „Es gelten die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Standards.“ Ein juristischer Anfängerfehler: Bildung ist Ländersache.

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