Boxen : UNTERM ADLER

Thorsten Metzner

Reglementierungen nerven, so erlebte es jüngst Brandenburgs Ministerpräsident: Matthias Platzeck war mit Freundin Jeannette Jesorka und deren Tochter im Potsdamer Restaurant „Am Pfingstberg“ eingekehrt. Es ist eins seiner Lieblingsrestaurants in der Stadt, sogar Angela Merkel hat er schon hierher geführt. Platzecks Begleiterinnen an diesem Abend gehören allerdings zur Spezies der Raucher. Als sie wie gewohnt nach einem Aschenbecher fragten, kam vom Wirt diesmal eine freundliche Absage: Das Restaurant sei neuerdings rauchfrei, schon im Vorgriff auf das allgemein geplante Rauchverbot – was zu langen Gesichtern führte. Platzeck: „Also zogen wir weiter“. Das Trio landete in der Kneipe „Budapester“ im Holländischen Viertel. Kein Wunder, dass der Regierungschef – so wie Zigarrenliebhaber Rainer Speer – wenig vom absoluten Rauchverbot in Gaststätten hält, wie es Brandenburgs Gesundheitsministerium plant.

Esther Schröder, einst von der PDS in die SPD gewechselt und zeitweise Vizefraktionsvorsitzende, verscherzt es sich mit den eigenen Genossen mehr und mehr. Schon als Schröder im Landtag die von der eigenen Fraktion unterstützte Reform der Abgeordnetenpensionen attackierte, war der Ärger groß. Jetzt platzte dem SPD-Landrat von Oberhavel, Karl-Heinz Schröter, der Kragen: Schröder, so schimpfte er via offizieller Pressemitteilung, werde „zunehmend selbst zum Hindernis im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ und stelle „einmal mehr“ ihre Kompetenz als Arbeitsmarktexpertin infrage. Der Grund: Als die SPD-Vizefraktionschefin Silvia Lehmann und die Sozialsprecherin Sieglinde Heppner jetzt gegen eine Haushaltssperre des Bundesarbeitsministeriums bei Hilfen für Langzeitarbeitslose protestierten, distanzierte sich Schröder von dieser Aussage und sprang dem Bund bei: Dies sei keine abgestimmte Fraktionsmeinung. In der Fraktion heißt es allerdings: Mit dieser Position stehe sie allein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben