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Thorsten Metzner über leckere Steaks und ein Tête-à-Tête in Babelsberg

Thorsten Metzner

Der Außenminister ist jetzt Brandenburger: Franz-Walter Steinmeier, 51, wechselt aus Zehlendorf in den Brandenburger SPD-Landesverband und soll dort Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2009 werden. Auf dem Sommerfest der SPD im Potsdamer Buga-Park lüftete der von mehreren Landesverbänden Umworbene das Geheimnis, warum Brandenburg das Rennen machte. Er sei häufig „in der Küche von Matthias Platzeck gewesen, der manches Steak gebraten hat“, sagte Steinmeier – der die märkischen Genossen für sich einzunehmen wusste. Es sei nicht nur der „erfolgreichste SPD-Landesverband in den neuen Ländern“, sagte er. Denn wo gebe es das sonst noch, „dass die SPD seit 17 Jahren in einem Land die Regierung führt“? Seine neue politische Heimat will das SPD-Mitglied Nr. 17 im Ortsverein Kirchmöser, dem schönsten Vorort der Stadt Brandenburg, pflegen. „Gewöhnung schafft Sympathie. Ich will Anlässe zur Gewöhnung schaffen.“ Im August tourt Steinmeier eine Woche durch seinen neuen Wahlkreis.

Es war eine Premiere: In der neuen Babelsberger Kneipe „Jour fixe“ trafen sich Brandenburgs SPD-Landeschef Matthias Platzeck, 53, und die Linkspartei-Fraktionschefin Kerstin Kaiser, 46, zu einem vertraulichen Tête-à-Tête. Man verstand sich gut. Beide schweigen allerdings eisern darüber, was besprochen wurde. Sie haben wahrscheinlich ausgelotet, ob nach der Landtagswahl 2009 vielleicht doch ein rot-rotes Bündnis in Brandenburg denkbar wäre, worauf sich die oppositionsmüden Ex-PDSler systematisch vorbereiten.

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