Verkehr : Die Autobahnen zerbröseln

In den 90ern verlegt, jetzt schon kaputt: 60 Kilometer werden saniert.

Klaus Kurpjuweit

Potsdam – In Brandenburg müssen auch erst Anfang der 90er Jahre mit Betonfahrbahnen versehene Autobahnabschnitte saniert werden. Nach Angaben der Bundesregierung wird die Fahrbahn bei bestimmten Betonmischungen durch eine „Alkalie-Kieselsäure-Reaktion“ zerstört.

Betroffen seien 53 Kilometer Fahrbahnen auf dem Berliner Ring sowie sechs Kilometer auf der A 24, der Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Die Kosten für die Sanierung müsse der Bund übernehmen, teilte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Achim Großmann, auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich aus Sachsen mit. Betroffen seien auch Autobahnen in anderen Bundesländern.

Auf den Brandenburger Abschnitten werde seit 2006 repariert, sagte die Leiterin des Landesbetriebs Straßenwesen, Cornelia Mitschka. Die Betonteile auf der A 24 stammten dabei allerdings noch aus DDR-Zeiten. Wie die zerstörten Fahrbahnen am besten saniert werden können, werde in Sachsen erprobt, wo mehrere Varianten getestet werden, teilte Großmann weiter mit. Angaben zu den Kosten gebe es noch nicht. Die Bundesregierung habe nach dem Auftreten der Schäden neue Richtlinien für den Einbau von Betonfahrbahnen erlassen.

Fahrbahnen aus Beton sind beim Bauen teurer als solche aus Asphalt; sie sollen aber länger halten und deshalb trotzdem wirtschaftlich sein. In der Theorie könnten Betonfahrbahnen 25 bis 30 Jahre liegen bleiben, sagte Mitschka.

Ähnliche Probleme mit Beton hat auch die Bahn. Zu DDR-Zeiten waren bei der Reichsbahn neu gelegte Betonschwellen schnell zerbröselt. Auf einen Fehler in der Mischung führt die Bahn die Schäden auf der Strecke nach Hamburg zurück, auf der jetzt 250 000 Schwellen ausgetauscht werden, die erst in den 90er Jahren gelegt worden waren. Deshalb ist der Abschnitt zwischen Nauen und Wittenberge noch voraussichtlich bis zum 13. Juni gesperrt.

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