Boxen : Vietnamesen verlassen Kirchenasyl

Die vietnamesische Familie Nguyen kann das Spremberger Kirchenasyl verlassen. Der Landrat von Spree-Neiße, Dieter Friese (SPD), habe der Frau und den drei Kindern eine Duldung erteilt, bis der Status des Ehemanns geklärt ist, teilte eine Sprecherin des Landkreises am gestrigen Donnerstag mit. Auch die Fahndung gegen die Familie sei eingestellt worden. Die Frau und die Kinder leben seit drei Wochen im Kirchenasyl. Sie sollten Deutschland ohne den Familienvater verlassen, da für ihn bislang keine Rückübernahmebestätigung aus Vietnam vorliegt.

Die Nguyens wollten noch am Donnerstag in ihre Spremberger Wohnung zurückkehren, sagte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Michael, Johann-Jakob Werdin. "Die Familie ist sehr glücklich und zufrieden." Die Gemeinde werde sich jetzt für ein dauerhaftes Bleiberecht einsetzen. Eine Abschiebung würde eine "gelungene Integration wieder kaputt machen" und wäre daher politisch unklug, betonte Werdin. Mehr als 1500 Spremberger hatten sich mit ihren Unterschriften gegen die Abschiebung gewandt.

Kurz vor dem Weihnachtsfest wolle er den Druck der Verfolgung von der vietnamesischen Familie nehmen, erklärte Friese, wies aber zugleich darauf hin: "Die rechtliche Situation ist unverändert." Die Verantwortung für diese Entscheidung werde er alleine tragen. "Ich möchte den Christen sehen, der mir eine Weisung erteilt, die mich zwingen würde, meine ausgesprochene Duldung aufzuheben", sagte der Landrat. Nach Angaben seiner Sprecherin Jana Weber gibt es für die erteilte Duldung eine rechtliche Grundlage.

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