Weltkulturerbe : 78 Millionen Euro mehr für Schlösser

Der Bund unterstützt die Rettung des vom Verfall bedrohten preußischen Weltkulturerbes mit einer Zusatzzahlung.

Neues Palais
Das Neues Palais in Potsdam. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Potsdam/Berlin - Die Bundesregierung stellt der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten für die kommenden Jahre überraschend fast 78 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, um vom Verfall bedrohte Schlösser und Herrenhäuser zu retten. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten. „Damit hat der Bund Sicherheit dafür geschaffen, dass die dringendsten Arbeiten am bedrohten Weltkulturerbe durchgeführt werden können“, so Neumanns Sprecher Hagen Philipp Wolf gegenüber den PNN. Das Geld könne je nach Bedarf und Kofinanzierung durch die ebenfalls an der Schlösser-Stiftung beteiligten Länder Berlin und Brandenburg von der Stiftungsdirektion abgerufen werden. Die genauen Modalitäten sollen in den kommenden Tagen geklärt werden.

Insgesamt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages Staatsminister Neumann am Freitag 400 Millionen Euro zusätzlich für die Kultur in Deutschland bewilligt. „Ein Kulturinvestitionsprogramm in diesem Umfang hat es in Deutschland noch nie gegeben“, so Neumann.

Im Frühjahr hatte Stiftungs-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh der Stiftung einen Masterplan zur Rettung von vom Verfall bedrohter Bauten vorgelegt. Darin ist ein Gesamtinvestitionsbedarf von 285 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre aufgelistet. Auch die Länder Berlin und Brandenburg hatten angekündigt, in den kommenden Jahren zusätzlich Geld bereit zu stellen. Brandenburg wird im nächsten Jahr zwei Millionen und in den beiden Folgejahren jeweils fünf Millionen Euro bereitstellen. Das Land Berlin steigt ab dem Jahr 2009 in das Nothilfeprogramm ein, hat seinen Beitrag aber noch nicht im Detail benannt. Inwieweit beide Länder angesichts der Millionengabe des Bundes nun zusätzliche Mittel zur Kofinanzierung aufbringen müssen, stand am Freitag noch nicht fest.

Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) begrüßte die Entscheidung des Kulturstaatsministers, der Stiftung zusätzliche Mittel bereitzustellen. Den PNN sagte sie: „Damit ist ein entscheidender Schritt gelungen, da nun der Bund und die Länder Brandenburg und Berlin entschieden haben, die Anstrengungen zur Rettung des kulturellen Erbes zu unterstützen.“

Der Verwaltungschef der Stiftung, Heinz Berg, sprach von „einer großartigen Nachricht“. Nun könne mit der Umsetzung des Masterplans begonnen werden. Zugleich bedeuteten die Investitionen für die Tourismuswirtschaft der Region Berlin-Brandenburg mittelfristig einen Zuwachs von 300 bis 400 Arbeitsplätzen.

Ganz oben auf der Aufgabenliste der Stiftung stehen das Neue Palais im Park Sanssouci, Schloss Berlin-Charlottenburg und Schloss Babelsberg. Ein Teil der Zusatzmittel soll auch in moderne Besucherzentren und die Depots und Werkstattbereiche der Stiftung fließen. Die zusätzlichen 77,5 Millionen ermöglichen eine Teilfinanzierung der 13 dringlichsten Vorhaben; allein für das Neue Palais sind 68 Millionen, für Charlottenburg 18 Millionen und für Babelsberg 22 Millionen Euro veranschlagt.

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