Boxen : Weniger Zugverkehr in Brandenburg

Thorsten Metzner

Potsdam - In Brandenburg sollen ab 2007 weniger Regionalzüge fahren und sieben Strecken mit geringen Fahrgastzahlen vorwiegend in den berlinfernen Regionen stillgelegt werden. Das hat das Potsdamer Verkehrsministerium am Dienstag mitgeteilt. Es präsentierte ein „Kompensationskonzept“ mit Vorschlägen, auf welchen Linien es nach der jüngsten Kürzung der Bundeszuschüsse zu Einschränkungen im Nahverkehr kommen wird. Statt bisher 450 Millionen Euro erhält das Land künftig jährlich nur rund 420 Millionen Euro.

Stillgelegt werden sollen die Strecken von Pritzwalk nach Meyenburg, von Pritzwalk nach Putlitz, aber auch von Neuruppin nach Herzberg. In Ostbrandenburg droht der Linie Eberswalde-Templin das Abstellgleis, im nördlichen Berliner Umland sollen keine Züge von Oranienburg nach Hennigsdorf und von Basdorf nach Wensickendorf fahren.

Staatssekretär Reinhold Dellmann betonte, dass es sich um Verbindungen handle, die täglich von weniger als 300 Fahrgästen benutzt würden. Verkehr auf der Schiene rechnet sich bei etwa tausend Fahrgästen pro Tag. Das Land werde Ersatzbusse finanzieren, damit die „Fahrgäste nicht im Regen stehen“, so Dellmann. Es sei fünf Mal teurer, fast leere Züge fahren zu lassen als Buslinien.

Auf weiteren acht Regionalbahn-Strecken soll der Takt empfindlich ausgedünnt werden. Betroffen ist zum Beispiel die Regionalbahn von Brandenburg an der Havel nach Rathenow, die an Wochenenden nicht mehr stündlich, sondern nur noch alle zwei Stunden fahren soll. Der Abschnitt ist erst vor kurzem aufwändig saniert worden.

Umstritten ist auch der Vorschlag, werktags weniger Regionalzüge von Herzberg zur Tourismusstadt Rheinsberg fahren zu lassen und die auf Berliner Ausflügler ausgerichtete Verbindung auf die Wochenenden und Ferien zu konzentrieren. Im Potsdamer Umland ist die Regionalbahn von Wannsee nach Michendorf betroffen, die künftig stündlich fahren soll. Sie wird bis Griebnitzsee/Babelsberg auch von vielen Studenten genutzt.

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