Boxen : Wer warf den tödlichen Stein?

Der Prozess um den Tod des Aussiedlers Kajrat B. verzögert sich. Ein neuer Zeuge soll aussagen

Frank Jansen

Neuruppin / Wittstock. Es ist der letzte Versuch, doch noch den Steinwerfer zu entlarven. Mit ihrem Antrag, einen neuen Zeugen zu laden, haben gestern die Anwältinnen der Nebenkläger im Prozess zum Tod des Aussiedlers Kajrat B. den Abschluss der Beweisaufnahme hinausgeschoben. Nun soll am Montag ein Freund des Angeklagten Patrick Sch. im Landgericht Neuruppin gefragt werden, wer am 4. Mai 2002 in Wittstock einen knapp 18 Kilo schweren Feldstein auf B. schleuderte. Der Zeuge soll kurz nach der Tat bei einem Gespräch zwischen Sch. und dem Mitangeklagten Marko F. dabei gewesen sein. Marko F. hatte nach wochenlangen Ausflüchten plötzlich berichtet, Patrick Sch. habe ihm gegenüber den Steinwurf zugegeben. Nun hoffen die Anwältinnen der Mutter Kajrat B. und eines weiteren in der Tatnacht geprügelten Aussiedlers, der neue Zeuge könnte ebenfalls Äußerungen von Sch. wiedergeben.

Bis zum Mittwoch hatten weder die Angeklagten noch ihre als Zeugen gehörten Freunde sagen wollen, von wem Kajrat B. mit dem Brocken traktiert worden war. Die Staatsanwaltschaft ging bisher davon aus, Marko F. habe den Stein geworfen. Ob der neue Zeuge mehr sagt als die anderen Bekannten der Angeklagten, ist jedoch fraglich. Der Mann aus Wittstock sollte auf Wunsch der Kammer gestern noch im Gericht erscheinen, doch die Polizei konnte ihn nicht finden. Die Vorsitzende Richterin Gisela Thaeren-Daig vermutete, Prozesszuschauer hätten den Zeugen gewarnt. Die ursprünglich für gestern geplanten Plädoyers mussten verschoben werden. Das Urteil wird nun wohl erst am 3. März verkündet.

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