Werner K. : Sextäter findet keinen Therapieplatz

Der Sexualstraftäter Werner K., der nach einer Justizpanne auf freien Fuß kam und nach Joachimsthal zog, wollte eigentlich eine Therapie machen, doch die Angst vor den Boulevardmedien ließ die Einrichtungen zurückschrecken. Nun sucht die Justizbehörde in der Schweiz und in Österreich.

Der Sexualstraftäter Werner K. bekommt in Deutschland keinen Therapieplatz. Bisher bemühte sich das Justizministerium auch in anderen Bundesländern für den Mann, der insgesamt 22 Jahre wegen Sexualdelikten im Gefängnis verbrachte, einen Platz zu finden. Nach Tagesspiegel-Informationen sucht die Behörde jetzt aber auch nach einer Einrichtung im deutschsprachigen Ausland. In Deutschland lehnen Einrichtungen Werner K. bisher ab, weil sie den Medienrummel um seine Person fürchten. Zudem gilt K. als nicht therapierbar.

Der Mann, der bis April in Haft saß, weil er nachweislich mindestens sechs Frauen vergewaltigte, begann mit einer Therapie nach seiner Entlassung an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern. Die Adresse der Einrichtung blieb geheim. Doch weil die Einrichtung aufgrund von Berichten der Boulevardmedien um ihren Erfolg fürchtete, musste der 49-Jährige seine Therapie nach zwei Wochen abbrechen. Danach kehrte er in seinen Heimatort Joachimsthal zurück. Noch hält er sich dort unter Polizeischutz auf. Er wird verdächtigt, neben seinen nachgewiesenen Taten auch drei Mädchen sexuell belästigt zu haben. Allerdings kam es bisher in diesen Fällen zu keinen Verhandlungen. Für Werner K. besteht die Möglichkeit, unter neuem Namen eine Therapie unter Polizeischutz zu beginnen. Dies lehnt er aber ab.

Der Gedanke, dass so ein gewaltbereiter Mensch frei herumlaufe, könnte viele Frauen beängstigen, sagt eine Beraterin des Krisenzentrums Lara, das sich in Berlin um vergewaltigte Frauen kümmert. „Hinzu kommt bei betroffenen Frauen die Wut darüber, dass Werner K. keine Therapie macht“, sagt sie. Die Suche nach einem Platz sei aber „extrem schwierig“ für Werner K., so Justizsprecher Thomas Melzer. Österreich oder die Schweiz als mögliche Therapieorte wollte er allerdings nicht bestätigen. liv

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