Boxen : Wildschweinjagd auf Friedhof in Stahnsdorf

Stahnsdorf - Mit der gefürchteten Wildschweinplage auf dem zu den größten deutschen Friedhöfen zählenden Südwestkirchhof Stahnsdorf dürfte es vorerst vorbei sein. Während der bislang größten Treibjagd auf dem 150 Hektar Gelände waren am vergangenen Wochenende neun Wildschweine und zwei Rehe zur Strecke gebracht worden. „Jetzt müsste Ruhe auf dem Friedhof herrschen“, sagte Jagdpächter Hans Diwiszek. Allerdings dürfe der Wildzaun rund um den Waldpark nicht wieder durch selbst ernannte Tierschützer zerstört werden. Diese schnitten immer wieder Löcher in den Zaun, um dem Schwarzwild eine Nahrungssuche auf dem Friedhof zu ermöglichen. An der Jagd waren 15 Jäger und 25 Treiber beteiligt. Geschossen wurde nur außerhalb der Gräber, sagte Diwiszek.

Bei der vergangenen Treibjagd im November war kein einziges Wildschwein vor die Flinte gelaufen. Sie störten sich damals an den vielen Menschen, die vor und am Volkstrauertag beziehungsweise Totensonntag das Gelände besuchten. Auf dem Friedhof befinden sich viele Kriegsgräber sowie die Ruhestätten von Heinrich Zille, Rudolf Breitscheid, von Mitgliedern der Verleger- und Unternehmerfamilien Ullstein und Siemens, des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau oder vom Komponisten Engelbert Humperdinck. ste.

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