Wünsdorf : Mädchen von einfahrendem Zug getötet

Eine 15-jährige Berlinerin ist am Montagabend auf dem Bahnhof Wünsdorf von einem Zug erfasst und getötet worden. Offensichtlich geschah der Unfall, weil der Bahnsteig des Kleinstadtbahnhofs bei Zossen sehr schmal ist.

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Wünsdorf – Eine 15-jährige Berlinerin ist am Montagabend auf dem Bahnhof Wünsdorf von einem Zug erfasst und getötet worden. Offensichtlich geschah der Unfall, weil der Bahnsteig des Kleinstadtbahnhofs bei Zossen sehr schmal ist. Zeugen haben das Unglück nach Mitteilung der Polizei von Dienstag so geschildert: Die 15-Jährige aus Tempelhof wartete um 18.45 Uhr mit einem weiteren Fahrgast auf den Regionalzug nach Berlin, der jedoch Verspätung hatte. Als ein anderer Zug auf dem Gleis in Richtung Berlin mit hoher Geschwindigkeit den Bahnhof passierte, machte das Mädchen vor Schreck einen Schritt rückwärts. Zu dieser Zeit fuhr jedoch auch auf dem anderen Gleis gerade ein Zug durch. Der Lokführer des „Vogtlandexpress“ soll nach Polizeiangaben das Mädchen in letzter Sekunde noch bemerkt haben, eine Vollbremsung hatte keinen Erfolg mehr. Das Opfer wurde von dem mit 120 Kilometer fahrenden Zug der privaten Bahngesellschaft erfasst, sie starb noch am Unglücksort an ihren schweren Kopfverletzungen. Die 150 Fahrgäste des Zuges konnten nach einiger Wartezeit mit einem Zug der Deutschen Bahn nach Berlin weiterfahren.

Nach Angaben des zuständigen Schutzbereiches der Polizei in Teltow-Fläming ist der Bahnsteig in dem Unfallbereich nur etwa zwei Meter breit. Die Breite von Bahnsteigen ist in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) geregelt. Vorgeschrieben sind Breiten je nach zulässiger Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke. Heute fordert die EBO für Bahnsteige in Mittellage selbst am Ende eine Mindestbreite von 2,80 Metern, wenn dort kein Ausgang ist und langsamer als 160 gefahren wird. Unklar blieb gestern, ob die Regelung nur für Neubauten gilt. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in dem Fall.

Die Deutsche Bahn wollte sich gestern unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Vor allem an Strecken mit hoher Geschwindigkeit markiert die Bahn mit weißer Farbe oder Riffelplatten einen Sicherheitsstreifen auf dem Bahnsteig, der nur betreten werden darf, wenn ein Zug hält. An einen ähnlich tragischen Unfall konnte sich bei der Polizei niemand erinnern. Ha

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