Boxen : Zeugin: Wolf wollte den Tod seiner Frau

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Ex-Bauminister Jochen Wolf hat den Tod seiner Ehefrau herbeigewünscht, die er maßgeblich für seine Unterhalts-, Scheidungs- und Finanzprobleme verantwortlich machte. Äußerungen von der Art, er würde diese am liebsten umbringen, seien bei privaten Treffen "mit Sicherheit" mehrfach gefallen, sagte eine Zeugin am Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht aus. Sie habe dies aber nie für "bare Münze" genommen, zumal Wolf in der Wut über seine damaligen Lebensumstände "sehr aufbrausend" sein konnte.

Die 28-jährige Kellnerin gehörte mit ihrem damaligen Lebensgefährten Andre D. zum engsten Freundeskreis des Ex-Ministers, der wegen zweifacher Anstiftung zum Mord an seiner vierten Ehefrau Ursula auf der Anklagebank sitzt. Der als einer der Hauptzeugen geltende Andre D. selbst, der Wolf den Kontakt zum "Killer" Ralf M. vermittelt hatte, verweigerte die Aussage. Das Gericht beschloss auf Antrag der Verteidigung, die Akten aus den laufenden Ermittlungen gegen D. und die Strafakten des wegen Betruges, Körperverletzung, Erschleichung von Leistungen vorbestraften Ralf M. anzufordern. Über den Verteidiger-Versuch, die Verwertung von belastenden Ton- und Videoaufnahmen zu untersagen, will das Gericht noch entscheiden.

Wolf hatte gegenüber der Polizei gestanden, dass er zwar tatsächlich einen Killer angeheuert habe, aber von Andre D. dazu angestiftet worden sei. D.s Lebensgefährtin bestätigte, dass der ihr geraten habe, bei der Polizei "nichts Falsches" zu sagen. Ralf M. bezeichnete sie als "Schlitzohr" in ständigen Geldnöten, der nach ihrem Gefühl "oft nicht die Wahrheit" sage. Auch D.s derzeitige Freundin wurde als Zeugin gehört. In einem unmittelbar nach der Festnahme Wolfs von der Polizei abgehörten Telefonat zwischen beiden fragte sie laut verlesenem Protokoll: "Hast Du Schiss?" Andre D: "Ich? Nein. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich um einen Scherz handelt. Wenn er es für bare Münze nimmt, ist das nicht mein Problem." Aus dem Telefonat geht auch hervor, dass das Paar wegen Aussagen von "Killer" Ralf bei der Polizei beunruhigt war. Sie: "Wenn der liebe Ralf mir unter die Finger kommt, trete ich ihn richtig in den Arsch."

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