Zossen : Festnahme nach Brandanschlag

Eine Woche nach dem Feuer im Zossener "Haus der Demokratie“ ist ein rechtsextremer Jugendlicher festgenommen worden. Er sei dringend der Brandstiftung verdächtig, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Der 16-Jährige soll noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden, wie der Polizeisprecher sagte. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er die Tat allein begangen haben. Er gehöre nicht zur rechtsextremen Szene, habe aber eine rechte Gesinnung. Nach Angaben von "Spiegel Online“ legte der Jugendliche bereits ein Geständnis ab. Zudem habe er die rechtsextreme Motivation der Tat eingeräumt.

Das von der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht“ erst im September 2009 eröffnete "Haus der Demokratie“ war in der Nacht zum 23. Januar komplett niedergebrannt. Der Sachschaden wird auf etwa 200.000 Euro geschätzt. Menschen wurden nicht verletzt. Das Feuer war in einem Abstellraum ausgebrochen, in dem Altreifen gelagert waren.

Neonazis der "Freien Kräfte Teltow-Fläming“ sollen sich vor dem brennenden Gebäude gegenseitig fotografiert haben. Zur rechtsextremen Szene rund um Zossen zählen nach Angaben des Justizministeriums etwa 70 Personen.

Die Bürgerinitiative war vor einem Jahr gegründet worden, nachdem Neonazis im Dezember 2008 eine Kundgebung für Zossener Juden gestört und am Gedenktag für die Holocaust-Opfer im Januar 2009 einen Aufmarsch auf dem Marktplatz veranstaltet hatten. Das "Haus der Demokratie“, in dem zuletzt eine Ausstellung über das jüdische Leben in Zossen gezeigt wurde, war schon kurz nach der Eröffnung verwüstet worden. Auch in den Wochen vor dem jetzigen Brandanschlag hatte es in Zossen kleinere Anschläge etwa auf Briefkästen und die Scheibe eines Büros gegeben. (ddp)

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