Boxen : Zugunfall bleibt rätselhaft

Bahn und Bundespolizei prüfen Vorfall von Gollwitz

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Ein Auto hängt verkeilt auf einem Bahnübergang fest, die Bahn wird informiert und trotzdem rast kurze Zeit später ein Zug ungebremst in das Fahrzeug: Das ist am Montagabend bei Gollwitz passiert, und warum niemand den Lokführer gestoppt hat, ist bis heute ein Rätsel.

Wie berichtet, war um 20.45 Uhr ein Wagen über die spiegelglatte Fahrbahn auf dem Übergang der Bundesstraße 1 gerutscht und dort im Gleisbett hängengeblieben. Der Fahrer stieg aus, ein Zeuge des Vorfalls rief die Feuerwehr an, die den Anruf an die Polizei in Potsdam weitergab. Die informierte um 20.48 Uhr die Bundespolizei, die für Gleisanlagen zuständig ist und den Vorfall nach eigenen Angaben sofort an die Bahn weiterleitete. Trotzdem raste um 20.55 Uhr der Regionalexpress 38036 ungebremst in das leere Auto. Verletzt wurde niemand, der Lokführer kam einem Schrecken davon.

Generell sei es möglich, einen Lokführer in einem fahrenden Zug über Funk zu erreichen, um ihn zu warnen, sagt Bahnsprecher Gisbert Gahler. In diesem Fall wäre eine Notleitstelle in Berlin zuständig gewesen. Von dort aus hätte sowohl ein Funkspruch an einen als auch eine Warnung an alle sich in der Gegend befindenden Züge gesendet werden können. Die Lokführer hätten dann reagieren können. Warum das im Fall von Gollwitz nicht funktioniert hat, bleibt vorerst unklar, Gahler jedenfalls wollte mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nichts weiter sagen. Bundespolizei und Bahn würden den Vorfall prüfen. Ha/kö

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